Foto: ZDF / Rudolf Wernicke Dr. Moritz Neiss, dem Arzt, der selbst einen Arzt und dazu noch einen Psychotherapeuten nötig hat, ist die Reihen-Figur, der das ZDF beim linearen TV wie beim Streaming aktuell am meisten zutraut. Dieses Jahr gibt es gleich sechs Episoden auf einen Rutsch (am 25. September im Stream, ab 11. Oktober wöchentlich auf dem „Herzkino“-Termin). Nach der Auftaktepisode, der bislang besten, rollt privat einiges wieder rückwärts. Wieder vernachlässigt der Meister-Doc seine Landarztpraxis, und wieder muss Charlie seine Ausfälle & Eigenarten ausbügeln. Was in anderen Reihen oder Serien langweilt, stört in „Dr. Nice“ (ZDF / Dreamtool Entertainment) weniger: weil hier sehr viel stimmiger Alltag erzählt wird. Und wiederkehrende Lebensthemen, Ängste, Nicht-Loslassen-Können, Rückfälle gehören nun mal zum Leben … Voraussetzung für das Gelingen sind Charaktere aus Fleisch und Blut, denen man ihre Emotionen, ihren Schmerz, ihre Verdrängungen, ihre Lebenslust abnimmt. Simon X. Rost und Elke Rössler, die Regisseure und Regisseurinnen inklusive aller Gewerke und dem festen Ensemble, dem Herzstück der Reihe, haben über die Jahre einen glaubwürdigen Mikrokosmos geschaffen, in den einzutauchen Freunden guter, leichter Unterhaltung immer wieder Spaß machen dürfte. Was die Variation der Dramaturgie der medizinischen Fälle angeht, hat die Reihe allerdings noch Luft nach oben.


















