Schon in „Endlich Witwer“ wurde es angedeutet: Dieser jahrzehntelang als Pantoffelheld dahinvegetierende Fachmann für Kunstrasen war nicht immer ein kreuzbraver Spießer. Der Mann, der 2019 in der erfolgreichen ZDF-Komödie (7,4 Mio. Zuschauer) sich vom mürrisch-egoistischen Griesgram zu einem sehr viel lebensbejahenderen Muffelkopp wandelte, war auch mal jung. In „Endlich Witwer – Forever young“ (Bavaria Fiction) steht nun die politische Sponti-Phase jenes Georg Weiser im Zentrum der Geschichte – und vor allem das, was aus den Idealen, den Träumen und der Liebe von damals geworden ist. Das Sequel von Anca Miruna Lazarescu besitzt weniger radikale Komödienelemente als der Vorgänger, dafür ist er emotionaler, bleibt dabei stets wahrhaftig, weil die Figuren die Geschichte bestimmen. Der Film hat nichts mit dem Genre Dramödie zu tun, wie es hierzulande oft verstanden wird: als halbgarer Mix aus aufgesetzter Heiterkeit und belangloser Konflikt-Routine. Gratmesser für die Qualität sind vor allem die Dialoge sowie die Besetzung: Und so sehr Martina Gedeck auch mit dazu beiträgt, dass das Vergangene nie kitschig wirkt, so werden doch vor allem die Szenen zwischen Król und Tristan Seith als Vater und Sohn in Erinnerung bleiben.


















