Foto: ARD / Merav Maroody / istock Historisches Krimi-Drama aus dem frisch vereinten Berlin: In der sechsteiligen Serie „ZERV – Zeit der Abrechnung“ (MDR, Degeto – Gabriela Sperl, Wiedemann & Berg) raufen sich eine lebhafte Kommissarin (Ost) und ein Besserwessi-Ermittler im Kampf gegen alte Seilschaften, verdrängte Verbrechen der SED-Herrschaft und geheime deutsch-deutsche Waffengeschäfte zusammen. Die Hauptrollen sind nicht allzu überraschend besetzt, aber Nadja Uhl und Fabian Hinrichs sind als gegensätzliches Paar gewohnt sehenswert. Hinter dem sperrigen Titel verbirgt sich die wenig bekannte „Zentrale Ermittlungsstelle für Regierungs- und Vereinigungskriminalität“ (1991-2000). Regisseur Dustin Loose inszeniert das spannende Drehbuch mit Sinn für die tragikomischen Seiten deutsch-deutscher Konfrontation, die Montage überzeugt mit viel Gefühl für Rhythmus und Tempowechsel. „ZERV“ ist auch dank Musik, Ausstattung und Kostümen eine unterhaltsame Zeitreise in die 1990er Jahre.
