Foto: NDR / Degeto / Frizzi Kurkhaus Auch die zweite Episode von „Nord bei Nordost“ (NDR, Degeto / triple pictures) ist ein ARD-Donnerstagskrimi-Highlight. „Jagd in die Vergangenheit“ ist kein Ermittler-Krimi von der Stange: keine Leiche zu Beginn, dafür ein Gefängnisausbruch. Emotional besonders spannend: Der Flüchtige war jahrelang der beste Freund der Familie von Polizistin Nina Hagen, ja, er rettet ihr sogar noch das Leben, bevor die „Jagd“ beginnen kann. Wie so oft bei Autor Holger Karsten Schmidt resultiert der besondere Flow aus Erzähleffizienz und einem Konstruktionsprinzip, das auf Kompaktheit, Klarheit und Stringenz baut, auf strukturelle Dichte und moderates Zuschauer-Mehrwissen. Mehr noch als bei „Nord bei Nordwest“ geht es auch hier nicht vornehmlich um kriminalistische Ermittlungsarbeit, sondern um große Themen: Liebe, Identität, Loyalität, Familie, Verrat. Die Mecklenburgische Seenplatte, die Top-Besetzung, allen voran Cordelia Wege & André Hennicke, sowie Aelrun Goettes stimmungsvolle Inszenierung veredeln die starke Geschichte.





