TV-Premieren im März
und von den Wiederholungen nur das Beste
17.03.2026
20:15
ZDF
Reihe
Heerwagen, Mittermeier, Held, Ani/Jung, Jan Fehse. Der Mörder ist unter uns
Nicht nur für Fußball-Fans ist der elfte Film der etwas anderen – etwas schrägeren, etwas weniger realistischen – ZDF-Krimi-Reihe „München Mord“ (TV60 Filmproduktion) ein besonders großes Vergnügen. Am Samstagnachmittag, direkt nach dem Drittliga-Spiel der „Blauen“ kommt ein Fan zu Tode, ertränkt in einem Blumenkübel. Das Autorenduo Friedrich Ani und Ina Jung hat in „Ausnahmezustand“, ihrem sechsten Buch für die Reihe, reichlich Münchner Lokalkolorit, Alltagskultur und Lebensart eingeflochten. Zwischen Stadion und Straße, zwischen Fleischer und Frisiersalon, zwischen Getränkemarkt und Kneipe – alles wirkt authentisch: wie ein Bad in der bayerischen Menge in Vor-Corona-Zeiten. Befragungen sind hier noch absurder als in anderen Episoden, und der Alkoholpegel lässt die bayerische Ursuppe hochkochen. Da sitzt der Krimi auf die Ersatzbank. Schad nix, im Gegenteil!
17.03.2026
22:00
NDR
Reihe
Richy Müller, Felix Klare, Reinke, Nekrasov, Hecke, Niki Stein. Der Mann, der lügt
„Der Mörder in mir“ (SWR) von Niki Stein (Buch und Regie) ist nicht so fulminant wie sein Stuttgarter „Tatort“ über ein wild gewordenes Computerprogramm („HAL“) oder so fesselnd wie einst seine Frankfurter Trilogie über das Böse, aber die bodenständige Geschichte hat ihren eigenen Reiz. Der Film handelt von einem ganz normalen Feigling: Ein Anwalt hat bei der Heimfahrt einen Moment nicht aufgepasst, und schon bricht sein gesamtes Dasein aus den Fugen. Je mehr er sich abstrampelt, um den Unfall mit Fahrerflucht zu vertuschen, desto tiefer versinkt er im Treibsand seiner Lügen. Das Drehbuch des preisgekrönten Regisseurs erinnert an die Fabel vom Frosch, der in den Milchtopf gefallen ist und nun so lange zappelt, bis die Milch zu Butter wird. Besonderen Spaß macht die Rolle des Rechtsmediziners, der bei passender Gelegenheit Karl Popper und Shakespeare zitiert.
17.03.2026
22:00
BR
Reihe
Stadelmann, Führmann, Fischer, Wendel, Markus Sehr. „Die Mauer muss weg“
Western Time im Ersten! „Harter Brocken – Der Goldrausch“ ist der achte Harz-Krimi um den eigenwilligen, stoischen Dorfpolizist Koops, der eine Killerin jagt und einen Goldschatz sucht. Es geht um Gier, unabhängig vom politischen System, hüben wie drüben, damals wie heute. Und wie weit Menschen gehen, diese zu stillen. Markus Sehr hat seinen dritten „Harter Brocken“-Krimi inszeniert. „Der Goldrausch“ bietet ein Katz- und Mausspiel mit cleveren Protagonisten: Aljoscha Stadelmann als Dorfsheriff gegen „Die Füchsin“ Lina Wendel als Ex-Stasi-Offizierin. Humoriger Höhepunkt des Psycho-Duells: Ein Tresen-Zweikampf mit viel Alkohol, K.o.-Tropfen und vertauschten Gläsern, in dem die Killerin dem Cop absolut das Wasser (oder Bier!) reichen kann. Thriller, Abenteuer, Comedy in einem: passt!
17.03.2026
22:15
WDR
Serie & Mehrteiler
Krauter, Meckbach, Christensen, Schmidt, Baxmeyer. Üppig-pralle Genre-Unterhaltung
Jan Krauter als deutscher Gast-Kommissar mit Asperger-Syndrom an der Algarve-Küste: „Lost in Fuseta“ (FFP New Media / Degeto) bietet konventionelle, aber spannende Krimi-Unterhaltung um einen Trinkwasser-Skandal in visuell üppiger Verpackung. Holger Karsten Schmidt schrieb selbst das Drehbuch zu seinem eigenen Roman, Regisseur Florian Baxmeyer inszenierte den deutsch-portugiesischen Clash mit humorvollen und dezent romantischen Einsprengseln. Gerne mehr davon, denn die sympathischen Figuren in der von Michael Grabowski wunderbar fotografierten Landschaft machen Laune. So stellt der bildstarke und wendungsreiche Zweiteiler, bei dem die zahlreichen im Ausland spielenden Krimi-Reihen deutlich in den Schatten. Und auch die Länge von 180 Minuten zahlt sich aus…
17.03.2026
22:25
3sat
Fernsehfilm
Julia Koschitz, Jonas Nay, Thorsten M. Schmidt, Lenz. Er war gerade 18 Jahr…
„Schweigeminute“ nach der Novelle von Siegfried Lenz erzählt von der ersten großen Liebe und vom ganz großen Glück. Die männliche Hauptfigur lässt die aufregende Zeit zwischen der ersten Begegnung, einem tragischen Unfall und den Tagen danach noch einmal an ihrem inneren Auge vorbeiziehen. Der Film vereint das Beste der anderen sechs Lenz-Adaptionen der letzten zehn Jahre: Zeitkolorit, ein hohes Maß an narrativer Abstraktion, eine elaborierte Filmsprache, mit Julia Koschitz und Jonas Nay eine charismatische Besetzung, Raum für eigene Lesarten. Das Sujet Liebe wird in „Schweigeminute“ nicht als schöne, telegene TV-Illusion „Herzkino“-like banal präsentiert, sondern vielmehr in einen geradezu philosophischen Diskurs über das Erwachsenwerden verwandelt. Und in Sachen Zeitgeist, Mode & Stil macht Thorsten M. Schmidt und seinem Team keiner was vor. Aber auch die Spannung zwischen Erotik & Sex wird für einen Fernsehfilm beeindruckend ausgelotet.
18.03.2026
00:55
3sat
Fernsehfilm
Weisse, Heerwagen, Zirner, Vogel, Lenz. Liebe, Lügen, die Gezeiten & ein Toter
Eine Leiche im Watt. Selbstmord? Schwächeanfall? Unfall? Ein Verbrechen? „Die Flut ist pünktlich“ nach Motiven der Erzählung von Siegfried Lenz gibt nur ein leises Versprechen auf Krimi. In dem ZDF-Fernsehfilm von Thomas Berger interessiert allein das, was zwischen Menschen passiert, oder besser: was nicht passiert. Schweigen, Lügen, Missverständnisse, Entfremdung, Einsamkeit, Leere. Und viele Fragen, die sich die Menschen stellen. Echte Kommunikation findet nicht statt. Antworten muss der Zuschauer selber finden – in den Gesichtern, den Bildern, in der Musik, im entschleunigen Erzählfluss…
18.03.2026
02:25
3sat
Fernsehfilm
Julia Koschitz, Jonas Nay, Thorsten M. Schmidt, Lenz. Er war gerade 18 Jahr…
„Schweigeminute“ nach der Novelle von Siegfried Lenz erzählt von der ersten großen Liebe und vom ganz großen Glück. Die männliche Hauptfigur lässt die aufregende Zeit zwischen der ersten Begegnung, einem tragischen Unfall und den Tagen danach noch einmal an ihrem inneren Auge vorbeiziehen. Der Film vereint das Beste der anderen sechs Lenz-Adaptionen der letzten zehn Jahre: Zeitkolorit, ein hohes Maß an narrativer Abstraktion, eine elaborierte Filmsprache, mit Julia Koschitz und Jonas Nay eine charismatische Besetzung, Raum für eigene Lesarten. Das Sujet Liebe wird in „Schweigeminute“ nicht als schöne, telegene TV-Illusion „Herzkino“-like banal präsentiert, sondern vielmehr in einen geradezu philosophischen Diskurs über das Erwachsenwerden verwandelt. Und in Sachen Zeitgeist, Mode & Stil macht Thorsten M. Schmidt und seinem Team keiner was vor. Aber auch die Spannung zwischen Erotik & Sex wird für einen Fernsehfilm beeindruckend ausgelotet.
18.03.2026
14:05
One
Fernsehfilm
Adele Neuhauser, Manuel Rubey, Ulrich Noethen, Uli Brée, Dirk Kummer. Für sein Glück muss jeder selber sorgen
Nach der Komödie „Faltenfrei“ (2021) und dem Transgender-Drama „Ungeschminkt“ (2024) folgt nun der dritte Streich des kreativen Trios, Autor Uli Brée, Regisseur Dirk Kummer und Adele Neuhauser: „Makellos“ (BR, ORF / Bavaria Fiction). Die ARD-Dramödie erzählt mehr als nur die Geschichte einer in ihrer Ehe sexuell unbefriedigten Frau, Anfang 60, die sich von einem Callboy beglücken lässt. Die Lust an der Lust könnte der in München stadtbekannten Dame zum Verhängnis werden. Und so steckt in der Handlung dieser BR/ORF-Koproduktion nicht nur sexuelle und komödiantische, sondern auch eine Menge kriminelle Energie. Statt auf Küchenpsychologie zu setzen, stellt Brée lebensphilosophische Fragen, die einfach sind und doch klug. „Betrüge ich mich, oder betrüge ich dich? Wenn ich dir treu bleibe, bleibe ich dann auch mir treu?“ Daraus entsteht ein top gespieltes, auch filmisch reizvolles Katz-und-Maus-Spiel aus Erpressung & Gegenerpressung und schließlich eine „Mission Impossible“ der spaßigen Art.
18.03.2026
22:00
SWR
Reihe
Müller, Klare, Wolfgang Stauch, Shirel Peleg. Von wilden Männern & goldenen Tigern
Lannert steht unter Drogen und ist dem Kollegen Bootz keine Hilfe, aber der famose 30. „Tatort“ mit Richy Müller und Felix Klare, „Die Nacht der Kommissare“ (SWR), ist trotz aller heiteren Elemente keine reine Komödie: Das Stuttgarter Ermittlerduo hat eine Nacht Zeit, um einen großen Coup zu vereiteln. Die Beteiligten sind bereit, über Leichen zu gehen, wie der Fund eines Kopfes belegt. Aber was ist mit dem restlichen Körper passiert? Und was hat die Bauernfamilie Bechtle mit der Sache zu tun? Dass die Balance auf dem schmalen Grat zwischen Krimi und Parodie scheinbar mühelos gelingt, ist neben dem originellen Drehbuch (Wolfgang Stauch) und der souveränen Regie (Shirel Peleg) nicht zuletzt dem Ensemble zu verdanken. Die Freude aller Beteiligten, an einem etwas anderen „Tatort“ mitwirken zu dürfen, ist dem Film in jeder Szene anzumerken.
18.03.2026
22:25
3sat
Fernsehfilm
Max Hegewald, Fedder, Thorsten Schmidt, Kurzawa, Lenz. Aus der Zeit gefallen…
„Arnes Nachlass“ erzählt die tragisch-melancholische Geschichte eines traumatisierten Teenagers. Blick-Talent Max Hegewald („Keine Angst“) ist das Gesicht, Jan Fedder die Stimme des Films. Bei aller Schwere des in die Jetztzeit transportierten, stimmig modernisierten Stoffs, die sich in surrealem Dämmerlicht und stimmungsvollen Hafen-Bildern spiegelt, besitzt die Erzählweise etwas Beiläufiges, fast Lapidares, auch wenn der Todesengel immer wieder über den Bildern schwebt. Kein Motiv wirkt überstrapaziert, kein Symbol ist zu bedeutungsträchtig. Diese LiteraturverFILMung lebt durch ihre große Sinnlichkeit!
Vergangene Ausstrahlungen im März
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Foto: RTL / Mitch Stöhring Feministischer Racheengel: Marie Bloching in der preisgekrönten RTL-Serie „Angemessen Angry“. MeToo-Geschichte im Genre-Gewand!
Foto: NDR / Oliver Feist Ein Serien-Highlight im Dezember 2024: „Finsteres Herz – Die Toten von Marnow 2“ (ARD) mit Petra Schmidt-Schaller & Sascha Geršak
Foto: ZDF / Frank Dicks Sogar im ZDF sind jetzt die Vampire los. Mehr als ein stilvolles Horror-Teenie-Drama: „Love sucks“ mit Damian Hardung & Havana Joy
Foto: ZDF / Stefanie Leo Eine Weihnachtswunder-Komödie: witzig, märchenhaft schön, clever konzipiert & originell. Kalenberg, Malton & Amft in „Zitronenherzen“








