TV-Premieren im Februar
und von den Wiederholungen nur das Beste
21.02.2026
20:15
BR
Fernsehfilm
Moretti als Hofer: Tirol gegen den Rest der Welt. Mehr als ein Historienschinken
Tirol gegen Napoleon. Andreas Hofer war ein Rebell wider Willen. Am Ende war er, der Analphabet und militärische Laie, der Dumme in einem politischen Machtspiel. 14 bewegte Monate aus dem blutrünstigen Europa Napoleons erzählen Xaver Schwarzenberger und Felix Mitterer im aufwendigen Historiendrama “Andreas Hofer – Die Freiheit des Adlers”.
21.02.2026
23:40
ARD
Reihe
Schönemann, Reents, Lohse, Schmidt, Franzen. Kein Wort zu viel, kein Bild zu wenig
Nach dem Schwenk in die richtige Richtung in „Estonia“ ist nun „Der Transport“ die vorläufige filmische Krönung der Donnerstagskrimi-Reihe „Nord bei Nordwest“. Eine gestrandete Leiche und schwedische Biker, die einen großen Coup planen, bedrohen die Ruhe in Schwanitz und der Ex-Bulle im Zeugenschutz ist bald raus aus dem Programm… Das Zusammenspiel von Schönemann, Reents und Lohse wird immer zwischentonreicher, eine Menge Subtexte beleben die Interaktionen und auch das „Gäste“-Gangster-Trio bringt ihre eigene Art der Kommunikation ein. Autor Holger Karsten Schmidt ist in seinem Element und in Regisseur Till Franzen findet er seinen Meister: Lakonie & Understatement, ein Film, der mit Bildern & wenig Worten erzählt, spannend & menschlich: kluges Unterhaltungs-TV.
21.02.2026
„Spuren“ (SWR / Lailaps Films) ist eine Krimiserie abseits der Mord-und-Totschlag-Routine. Dem Täter wird keinerlei Aufmerksamkeit geschenkt, die Tat und Privates bleiben ausgespart. Im Mittelpunkt steht die Polizeiarbeit: der Ermittlungsalltag, kleinteilig, minutiös, mühsam, kombiniert mit Logik, forensischer Präzision und ab und an dem Glück des Tüchtigen. Zwei Frauenmorde in der Provinz, sexuell motiviert, dünne Faktenlage, Tatwaffe unbekannt, Zeugenaussagen unbrauchbar. Eine Soko, über ein halbes Jahr im Ausnahmezustand. Der Fall wird heruntergebrochen auf die Mikrostrukturen des Ermittelns. Das präzise Drehbuch verzichtet auf überdeutliche Plot-Points und klassische Spannungsmomente. Das Ensemble, durchweg top gecastet, mit Nina Kunzendorf als Leuchtturm und Mundart als i-Tüpfelchen. Eine Regie, die stets den richtigen Ton trifft. Realistisch, undramatisch, 180 Minuten lang packend!
22.02.2026
01:15
ARD
Reihe
Herbert Knaup, Rainer Kaufmann, das Allgäu, die Degeto & die Sach mit dem Dialekt
Kluftinger muss im eigenen Dorf ermitteln, er wird geschnitten und sogar seine Liebsten wenden sich von ihm ab. Nach dem Erfolg im bayerischen Dritten gibt es den Kultkommissar aus dem Allgäu nun in der ARD. Trotz Degeto – „Milchgeld“ macht der Vorlage keine Schande. Die urigen Charaktere, die klare Struktur, die Mundart – das sind die Bausteine dieses Kluftingerkrimis. Es ist die dramaturgische Dichte, aus der sich die Komik speist, die sich dann in vordergründigen Gags lauthals Luft machen kann. Pfundiges Drehbuch, spielfreudiges Ensemble, leichtfüßige Regie & Knaup ist ein göttlicher Komödiant!
22.02.2026
02:50
ARD
Reihe
Schönemann, Reents, Lohse, Schmidt, Franzen. Kein Wort zu viel, kein Bild zu wenig
Nach dem Schwenk in die richtige Richtung in „Estonia“ ist nun „Der Transport“ die vorläufige filmische Krönung der Donnerstagskrimi-Reihe „Nord bei Nordwest“. Eine gestrandete Leiche und schwedische Biker, die einen großen Coup planen, bedrohen die Ruhe in Schwanitz und der Ex-Bulle im Zeugenschutz ist bald raus aus dem Programm… Das Zusammenspiel von Schönemann, Reents und Lohse wird immer zwischentonreicher, eine Menge Subtexte beleben die Interaktionen und auch das „Gäste“-Gangster-Trio bringt ihre eigene Art der Kommunikation ein. Autor Holger Karsten Schmidt ist in seinem Element und in Regisseur Till Franzen findet er seinen Meister: Lakonie & Understatement, ein Film, der mit Bildern & wenig Worten erzählt, spannend & menschlich: kluges Unterhaltungs-TV.
22.02.2026
11:00
SWR
Fernsehfilm
David Rott, Hübchen, Krößner, Zertz, Grünler. Top-Drama aus dem Land der Fjorde
Regisseur Jörg Grünler und Autorin Silke Zertz bedienen sich für ihr Norwegen-Drama „Unterm Eis“ zwar klassischer Zutaten früherer Degeto-Produktionen, machen daraus aber einen ungleich anspruchsvolleren Film. David Rott ist eine vorzügliche Besetzung für die zentrale Rolle des Films, einen jungen Mann, der sich die Schuld am Tod seines Bruders gibt. Gleiches gilt für Henry Hübchen und Renate Krössner als unbewusst lieblose Eltern. Grünler übertreibt es etwas mit den Landschaftsflügen, aber die Bilder sind in der Tat prachtvoll.
22.02.2026
11:00
ARD
Reihe
Max Befort, Nemec, Goeres, Ungureit, Fürneisen. Anleitung zur Herzensbildung
„Der Prinz im Bärenfell“ erzählt von einem Beau, den erst ein Pakt mit dem Teufel erkennen lässt, wie leer sein Leben bei Hofe ist. Als haariges Halbwesen muss der Adelsspross binnen weniger Tage eine Frau finden, die ihn von Herzen liebt. Der Märchenfilm ist nicht nur reich an Handreichungen in Sachen Moral, er ist auch dramaturgisch und filmästhetisch nicht ohne Raffinesse. Der Schauplatz schenkt dem Film viel von seiner Atmosphäre: der Spreewald ist geradezu ein Sinn-Bild für eine märchenhafte Landschaft. Alle Gewerke haben gute Arbeit geleistet. Und Witz bis hin zu leiser Ironie & Selbstreferentialität hat das Ganze auch.
22.02.2026
Der Fernsehfilm „Damen“ erzählt vom herausfordernden Alltag einer Mittdreißigerin in München. Maya (Salka Weber) schlägt sich mit zwei Jobs durchs Leben, kümmert sich um ihre einsame Mutter und verliebt sich in einen meist abwesenden Schauspieler. In der ernsthaften und doch sommerlich leichten Dramödie von Stefanie Kremser (Drehbuch) und Katharina Bischof (Regie) geht es vorwiegend aus weiblicher Perspektive um Familie, Freundschaft und die Suche nach Glück. Gegen Engstirnigkeit und Dauererregung bringt der Film liebenswürdige Figuren in einem respektvollen multikulturellen Mikrokosmos in Stellung. Ein betont harmonischer, in dieser Zeit rundum wohltuender Film.
22.02.2026
21:45
One
Reihe
Reinsperger, Hartmann, Lause, Konarske, Bauer, Werner, Fischer. Warum sich Dortmund wieder neu erfinden muss
Der „Schmerz“, auf den sich die 27. Dortmunder „Tatort“-Episode im Titel bezieht, entsteht aus Kriegsverbrechen und den Folgen extremer Gewalt. Aber auch aus gegenseitigem Misstrauen und durch einen neuerlichen Verlust. Wieder erlebt das gebeutelte Ruhrgebiets-Team eine Zäsur, was allerdings keine Überraschung ist, weil der WDR bereits im Sommer 2025 verkündet hat, dass Schauspielerin Stefanie Reinsperger ihre Rolle der Rosa Herzog auf eigenen Wunsch aufgeben möchte. Drehbuch-Autor Jürgen Werner und Regisseur Torsten C. Fischer, seit jeher für die besonders dramatischen Wendungen im Dortmunder „Tatort“ verantwortlich, sorgen für einen denkwürdigen Reinsperger-Abschied: mit einem harten, packenden Rache-Drama und einem verblüffenden Finale, das offene Fragen aus der Vergangenheit beantwortet.
23.02.2026
00:20
BR
Fernsehfilm
Moretti als Hofer: Tirol gegen den Rest der Welt. Mehr als ein Historienschinken
Tirol gegen Napoleon. Andreas Hofer war ein Rebell wider Willen. Am Ende war er, der Analphabet und militärische Laie, der Dumme in einem politischen Machtspiel. 14 bewegte Monate aus dem blutrünstigen Europa Napoleons erzählen Xaver Schwarzenberger und Felix Mitterer im aufwendigen Historiendrama “Andreas Hofer – Die Freiheit des Adlers”.
Vergangene Ausstrahlungen im Februar
07.02.2026
21:35
One
Reihe
Schönemann, Klinge, Lohse, Holle, Herzogenrath. Lust und gute Laune ersetzen Routine
Von der ersten Minute an wird auch im 2023-Jahrgang von „Nord bei Nordwest“ deutlich, dass man sich hier nicht in einem ARD-„Donnerstagskrimi“ von der Stange, sondern in der von Holger Karsten Schmidt erdachten etwas anderen Krimi-Reihe befindet. Drei neue Episoden mit drei sehr unterschiedlichen Tonlagen und Genre-Mixturen. „Auf der Flucht“ ist ein Geiselnahme-Krimi mit Thrillermomenten, „Canasta“ eine göttliche Kriminalkomödie mit viel schwarzem Humor und „Natalja“ ein Agentenkrimi mit Thrill, Gefühl & einer russischen Polizistin mit Tötungsauftrag. Ob wenig spaßiges Häftlingstreffen in der Tierarztpraxis, freigesetzte kriminelle Energien aus der Mitte der Gesellschaft, gepaart mit trockenem Sprachwitz à la Loriot, ob Hitchcock‘scher MacGuffin und Killer-Coolness – jede der drei neuen Filme hat seine ganz besonderen Momente. Das Bemerkenswerteste an der Gesamtrezeptur ist neben der Lockerheit, mit der die Genre-Muster variiert werden, und neben der Methode, kleine Dinge große Effekte erzielen zu lassen, vor allem das gewachsene Beziehungsdreieck, das von Staffel zu Staffel stimmiger wird. Diese Charakter-Stärke und dieses „intime“ Miteinander fehlt den meisten Unterhaltungskrimis hierzulande. Und auch die Beziehungskomik ist anders: Sie kommt meist aus dem Wesen der Hauptcharaktere.
06.02.2026
00:15
ARD
Reihe
Hinnerk Schönemann, Jana Klinge, Marleen Lohse, Mariann Kaiser. Warten … auf die Entschärfung einer Bombe
Wegen des Funds eines Blindgängers muss die Bevölkerung von Schwanitz evakuiert werden. Außerdem sind zwei Killer im Begriff, im Ort ihr Unwesen zu treiben. Doch ein ansässiges, unbescholtenes Duo kommt ihnen zuvor: Mutter und Sohn; sie hofft bis heute auf die Wende von der Wende, er verkauft Waffen im Darknet. „Blindgänger“, die 29. Episode des ARD-Donnerstagskrimis „Nord bei Nordwest“ (NDR / triple pictures), besitzt auf den ersten Blick alles, was die erfolgreiche Reihe auszeichnet. Über 90 Minuten aber hält dieser wie gewohnt etwas andere Krimi nicht den hohen dramaturgischen Standard der Reihe. Obwohl es an skurrilen Szenen und schrägen Momenten nicht mangelt, fehlt es der Narration an Dichte und Raffinesse – worunter der Erzählfluss etwas leidet. Dafür beweist Hinnerk Schönemann, zum dritten Mal Regisseur der Reihe, mit inszenatorischen Gags sein Gespür für die „Nord bei Nordwest“-DNA.
06.02.2026
02:35
ZDF
Kinofilm
Krebitz, Schick, Ulrike von Ribbeck. Neurotisch komisch & köstlich verspielt
Nachdem ihr Freund von einer anderen schwanger ist, will sich die 35jährige Senta vorläufig nicht mehr auf das Abenteuer Liebe einlassen. Sex tut es auch. Außerdem ist der neue Lover der Möchtegern-Aktionskünstlerin gar nicht ihr Typ – und dazu noch ein verklemmter IT-Spießer. „Treffen sich zwei“ ist sehr viel origineller als seine vermeintlich 999 Mal erzählte Geschichte. Nicolette Krebitz, natürlich & neurotisch erotisch, ist hinreißend als junge Frau, die sich ständig klein macht. Ulrike von Ribbecks Film, der auch stilistisch an Woody Allens „Stadtneurotiker“ erinnert, punktet außerdem mit seiner verspielt-ironischen Grundhaltung, einer luftig-lockeren Stimmung, gutem Score und einem liebevollen Blick für Details.
06.02.2026
11:15
HR
Fernsehfilm
Samuel Finzi, Aglaia Szyszkowitz, Fritz Karl, Caroline Peters. Die Sache mit dem Sex
Was haben der deutsche Fernsehfilm und die Ehen vieler in die Jahre gekommener Paare gemeinsam? Sie kommen weitgehend ohne Sex aus. „Seitensprung mit Freunden“ führt nun zumindest das Reden über das, was im Schlafzimmer läuft oder nicht, und das Fremdgehen unter Aufsicht des Partners ins öffentlich-rechtliche TV ein. Die ARD-Komödie lebt von seinen ernsthaften Charakteren und einer Botschaft, die nicht alles und jeden über einen moralischen Kamm schert und auch nicht lauthals das Hohelied auf die monogame Beziehung anstimmt. Sie lebt aber auch und vor allem vom gewitzten Spiel, vom Esprit & vom Sex-Appeal einer perfekten Besetzung. Schlüsselfigur dürfte für viele Zuschauer der von Samuel Finzi verkörperte Ehemann sein, der dem Sex-Ding wenig abgewinnen kann.
06.02.2026
14:30
rbb
Fernsehfilm
Julia Brendler, Stephan Luca, Florian Gärtner. Wenn der Alltag das Genre küsst
Ein Ex-Ehepaar renoviert sein Südtiroler Ferienhaus, um es endlich zu verkaufen, und renoviert dabei gleich seine Liebe mit. Der Weg ist das Ziel in der sommerlichen Alltagskomödie „Trennung auf Italienisch“ von Florian Gärtner. In dem mit Julia Brendler und Stephan Luca top besetzten ARD-Freitagsfilm gibt es Vieles zu entdecken, was über die Konventionen einer romantischen Komödie hinausgeht. Ernsthaft emotionale und komische Momente sind ebenso wohl dosiert wie die deutsch-italienischen Mentalitäten, die das Liebesspiel augenzwinkernd konterkarieren. Ein sehr dicht erzählter Unterhaltungsfilm!
06.02.2026
20:15
3sat
Fernsehfilm
Liefers, Loos, Berg, Friedemann Fromm. Bewegendes Zeitbild, ästhetische Bewegung
„Nacht über Berlin“ erzählt von der Unmöglichkeit einer Liebe in den Endtagen der Weimarer Republik. Der historische Horizont ist mehr als Folie für die Erzählung. Zwischen Ballhaus-Glamour und der Gewalt auf den Straßen schaffen Rainer Berg und Friedemann Fromm Projektionsflächen für die Machtverhältnisse 1932/33. Kamera, Ausstattung, Schnitt, Musik, Liefers & Loos überzeugen gleichermaßen. Das Prinzip Motion & Emotion funktioniert wie in guten Unterhaltungsfilmen, das Prinzip Politisierung des Privaten wie in US-Movies.
06.02.2026
23:30
rbb
Kinofilm
Bezzel, Schwarz, Potthoff, Stefan Betz, Ed Herzog. Wenn der Spaß ein Loch hat
Der achte Eberhofer-Krimi, „Guglhupfgeschwader“ (BR, Degeto / Constantin), bringt erneut alles mit, was die Reihe auszeichnet: eine abwechslungsreiche Handlung, pointenreiche Dialoge, skurrile Figuren, schurkische Schurken. Eigentlich will der unterambitionierte niederbayerische Dorfsheriff Franz bloß seine Ruhe, aber Freund Rudi ärgert sich, weil der Provinzpolizist immer die Lorbeeren für die gemeinsam gelösten Fälle erntet, und Freundin Susi schleppt ihn gar zum Paartherapeuten. Alles beim Alten, inklusive der unvermeidlichen Runde im dörflichen Kreisverkehr, aber der mitunter makabre Humor ist diesmal etwas düsterer als sonst und keineswegs immer harmlos; auch die Inszenierung wirkt zugespitzter. Ein simpler Kniff hat zur Folge, dass die boshaften Dialoge direkt ins Herz treffen.
05.02.2026
00:40
HR
Fernsehfilm
Vanessa Mai, Prahl, Westermann, Bühling. „Authentisches“ Wechselbad der Gefühle
Fernsehfilme mit Musikern hatten 2019 in der ARD Konjunktur. Vornehmlich als Komödien. Der Zuschauer-Zuspruch war überschaubar. „Nur mit dir zusammen“ (W&B Television) dürfte da ein größerer Erfolg beschieden sein. Denn erstens ist die Geschichte zwischen dem abwesenden Vater und der verlorenen Tochter mit ihren universalen Gefühlslagen überaus anschlussfähig, zweitens bringt es der Film von Stefan Bühling auf zwei Liebes-Geschichten, die geschickt miteinander verknüpft sind, und drittens besitzt dieses Premium-Movie zwei echte Hingucker, die selbst Musik machen: Vanessa Mai, eine attraktive Sängerin zwischen Schlager & Pop, und Axel Prahl, dessen Thiel Deutschlands einschaltquotenträchtigster TV-Kommissar ist. Dieses Melodram bedient zwar die altbekannten Klischees der Musik-Branche, funktioniert aber mit seinem Mix aus Wohlfühlkicks & Tragik als Projektionsfläche für verdrängte (Zuschauer-)Gefühle nahezu perfekt. Taschentücher parat halten!
05.02.2026
20:15
rbb
Kinofilm
Bezzel, Schwarz, Potthoff, Stefan Betz, Ed Herzog. Wenn der Spaß ein Loch hat
Der achte Eberhofer-Krimi, „Guglhupfgeschwader“ (BR, Degeto / Constantin), bringt erneut alles mit, was die Reihe auszeichnet: eine abwechslungsreiche Handlung, pointenreiche Dialoge, skurrile Figuren, schurkische Schurken. Eigentlich will der unterambitionierte niederbayerische Dorfsheriff Franz bloß seine Ruhe, aber Freund Rudi ärgert sich, weil der Provinzpolizist immer die Lorbeeren für die gemeinsam gelösten Fälle erntet, und Freundin Susi schleppt ihn gar zum Paartherapeuten. Alles beim Alten, inklusive der unvermeidlichen Runde im dörflichen Kreisverkehr, aber der mitunter makabre Humor ist diesmal etwas düsterer als sonst und keineswegs immer harmlos; auch die Inszenierung wirkt zugespitzter. Ein simpler Kniff hat zur Folge, dass die boshaften Dialoge direkt ins Herz treffen.
05.02.2026
22:15
WDR
Reihe
Schönemann, Klinge, Lohse, Holle, Herzogenrath. Lust und gute Laune ersetzen Routine
Von der ersten Minute an wird auch im 2023-Jahrgang von „Nord bei Nordwest“ deutlich, dass man sich hier nicht in einem ARD-„Donnerstagskrimi“ von der Stange, sondern in der von Holger Karsten Schmidt erdachten etwas anderen Krimi-Reihe befindet. Drei neue Episoden mit drei sehr unterschiedlichen Tonlagen und Genre-Mixturen. „Auf der Flucht“ ist ein Geiselnahme-Krimi mit Thrillermomenten, „Canasta“ eine göttliche Kriminalkomödie mit viel schwarzem Humor und „Natalja“ ein Agentenkrimi mit Thrill, Gefühl & einer russischen Polizistin mit Tötungsauftrag. Ob wenig spaßiges Häftlingstreffen in der Tierarztpraxis, freigesetzte kriminelle Energien aus der Mitte der Gesellschaft, gepaart mit trockenem Sprachwitz à la Loriot, ob Hitchcock‘scher MacGuffin und Killer-Coolness – jede der drei neuen Filme hat seine ganz besonderen Momente. Das Bemerkenswerteste an der Gesamtrezeptur ist neben der Lockerheit, mit der die Genre-Muster variiert werden, und neben der Methode, kleine Dinge große Effekte erzielen zu lassen, vor allem das gewachsene Beziehungsdreieck, das von Staffel zu Staffel stimmiger wird. Diese Charakter-Stärke und dieses „intime“ Miteinander fehlt den meisten Unterhaltungskrimis hierzulande. Und auch die Beziehungskomik ist anders: Sie kommt meist aus dem Wesen der Hauptcharaktere.
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Foto: RTL / Mitch Stöhring Feministischer Racheengel: Marie Bloching in der preisgekrönten RTL-Serie „Angemessen Angry“. MeToo-Geschichte im Genre-Gewand!
Foto: NDR / Oliver Feist Ein Serien-Highlight im Dezember 2024: „Finsteres Herz – Die Toten von Marnow 2“ (ARD) mit Petra Schmidt-Schaller & Sascha Geršak
Foto: ZDF / Frank Dicks Sogar im ZDF sind jetzt die Vampire los. Mehr als ein stilvolles Horror-Teenie-Drama: „Love sucks“ mit Damian Hardung & Havana Joy
Foto: ZDF / Stefanie Leo Eine Weihnachtswunder-Komödie: witzig, märchenhaft schön, clever konzipiert & originell. Kalenberg, Malton & Amft in „Zitronenherzen“















