TV-Premieren im März
und von den Wiederholungen nur das Beste
16.03.2026
23:30
rbb
Reihe
Schuler, Zuercher, Brunner/Langenegger, Andereggen. Von wegen beschauliche Schweiz
Hop, Schwyz, hop – mit reichlich Frauenpower wartet der neue Schweizer “Tatort: Züri brännt“ auf: Zwei neue Ermittlerinnen, die sich fetzen, eine neue Staatsanwältin, die karrieregeil ist, und mit Viviane Andereggen eine Regisseurin, die bereits mit dem preisgekrönten Krimidrama „Rufmord“ bewiesen hat, dass sie das Genre beherrscht. Dazu kommt ein Autoren-Duo, das auch schon für ein Highlight der Reihe verantwortlich war. Ein starker Einstand zum Neustart der Eidgenossen mit einer cleveren, komplexen Geschichte, die auf den Zeitebenen spielt, viel Aufmerksamkeit erfordert, aber bis zum Finale fesselt.
17.03.2026
00:15
ARD
Reihe
Johanna Wokalek, Zinner, Fuller, Lacher, Moretti, Christian Bach. Falsche Geständnisse und verkaufte Schuld?
Was geschieht, wenn Täter andere Menschen für falsche Geständnisse bezahlen? „Ablass“, der fünfte Film mit der Münchener „Polizeiruf“-Kommissarin Cris Blohm (Johanna Wokalek), ist ein anspruchsvolles Krimidrama um Schuld und Gerechtigkeit. Zwei Fälle, eine Unfallflucht und ein Jahre zurückliegender Mord, verbindet Autorenfilmer Christian Bach geschickt zu einem vielschichtigen, keineswegs trockenen Lehrstück. Die Kommissarin ist immer freundlich, aber bestimmt: eine moralische Instanz mit klarem Kompass in einer Welt sozialer Gegensätze. Ein Krimi mit hoher Relevanz, einem sehenswerten Ensemble und spannenden Wortgefechten, insbesondere zwischen Johanna Wokalek und Tobias Moretti.
17.03.2026
20:15
ZDF
Reihe
Heerwagen, Mittermeier, Held, Ani/Jung, Jan Fehse. Der Mörder ist unter uns
Nicht nur für Fußball-Fans ist der elfte Film der etwas anderen – etwas schrägeren, etwas weniger realistischen – ZDF-Krimi-Reihe „München Mord“ (TV60 Filmproduktion) ein besonders großes Vergnügen. Am Samstagnachmittag, direkt nach dem Drittliga-Spiel der „Blauen“ kommt ein Fan zu Tode, ertränkt in einem Blumenkübel. Das Autorenduo Friedrich Ani und Ina Jung hat in „Ausnahmezustand“, ihrem sechsten Buch für die Reihe, reichlich Münchner Lokalkolorit, Alltagskultur und Lebensart eingeflochten. Zwischen Stadion und Straße, zwischen Fleischer und Frisiersalon, zwischen Getränkemarkt und Kneipe – alles wirkt authentisch: wie ein Bad in der bayerischen Menge in Vor-Corona-Zeiten. Befragungen sind hier noch absurder als in anderen Episoden, und der Alkoholpegel lässt die bayerische Ursuppe hochkochen. Da sitzt der Krimi auf die Ersatzbank. Schad nix, im Gegenteil!
17.03.2026
20:15
BR
Reihe
Krassnitzer, Neuhauser, Stipsits, Barbara Eder. Alles, was wir am „Tatort“ Wien lieben
Im neuen „Tatort“ aus Wien, „Her mit der Marie!“ (ARD, ORF / Dor Film), bekommen es Moritz Eisner und Bibi Fellner mit der Unterweltgröße namens „Dokta“, üblen Strizzis und Bibis speziellem Freund „Inkasso Heinzi“ zu tun. Starke Typen in einer gut gebauten Story, die Barbara Eder sehr abwechslungsreich und lebendig inszeniert hat. Es geht um Freundschaft sowie Vertrauen und Misstrauen. Und das gilt auch für Moritz und Bibi. Er handelt eigenmächtig, sie verschweigt ihm einen wichtigen Hinweis und auch das schon überwunden geglaubte Alkoholproblem der Kommissarin scheint zurückzukehren.
17.03.2026
20:15
WDR
Reihe
Meret Becker, Mark Waschke, Comtesse, Bertele. Die Rechnung ohne Karow gemacht
„Kann man einen Angeklagten wegen Mordes verurteilen, wenn weder die Tatwaffe gefunden wird, noch ein Motiv nachweisbar ist?“ Um diese Frage kreist „Das perfekte Verbrechen“ (die film gmbh Berlin), der 11. RBB-„Tatort“, der Karow/Rubin ins Milieu einer Elite-Hochschule für Juristen führt. Ausgangspunkt ist ein realer Fall aus Italien: der Mord an einer Studentin. Ein Verbrechen aus Überheblichkeit. Auch der Berliner Mord könnte die Machtdemonstration eines „Übermenschen“ im Sinne Nietzsches sein. Ist dieser Krimi auch ein Whodunit, so hebt doch der Mythos vom perfekten Mord die Narration auf ein höheres Niveau. Die Kommissare dringen mehr denn je in eine fremde, seltsame Welt ein, die Autor Michael Comtesse durch die Reduktion auf wenige, markante Schauplätz und Regisseurin Brigitte Maria Bertele durch eine konzentrierte, edle Inszenierung zu einem Film aus einem Guss machen. Die Optik ist abwechslungsreich, der Score exzellent, und Becker, Waschke & Kurth sind extrem cool.
17.03.2026
20:15
3sat
Fernsehfilm
Weisse, Heerwagen, Zirner, Vogel, Lenz. Liebe, Lügen, die Gezeiten & ein Toter
Eine Leiche im Watt. Selbstmord? Schwächeanfall? Unfall? Ein Verbrechen? „Die Flut ist pünktlich“ nach Motiven der Erzählung von Siegfried Lenz gibt nur ein leises Versprechen auf Krimi. In dem ZDF-Fernsehfilm von Thomas Berger interessiert allein das, was zwischen Menschen passiert, oder besser: was nicht passiert. Schweigen, Lügen, Missverständnisse, Entfremdung, Einsamkeit, Leere. Und viele Fragen, die sich die Menschen stellen. Echte Kommunikation findet nicht statt. Antworten muss der Zuschauer selber finden – in den Gesichtern, den Bildern, in der Musik, im entschleunigen Erzählfluss…
17.03.2026
22:00
NDR
Reihe
Richy Müller, Felix Klare, Reinke, Nekrasov, Hecke, Niki Stein. Der Mann, der lügt
„Der Mörder in mir“ (SWR) von Niki Stein (Buch und Regie) ist nicht so fulminant wie sein Stuttgarter „Tatort“ über ein wild gewordenes Computerprogramm („HAL“) oder so fesselnd wie einst seine Frankfurter Trilogie über das Böse, aber die bodenständige Geschichte hat ihren eigenen Reiz. Der Film handelt von einem ganz normalen Feigling: Ein Anwalt hat bei der Heimfahrt einen Moment nicht aufgepasst, und schon bricht sein gesamtes Dasein aus den Fugen. Je mehr er sich abstrampelt, um den Unfall mit Fahrerflucht zu vertuschen, desto tiefer versinkt er im Treibsand seiner Lügen. Das Drehbuch des preisgekrönten Regisseurs erinnert an die Fabel vom Frosch, der in den Milchtopf gefallen ist und nun so lange zappelt, bis die Milch zu Butter wird. Besonderen Spaß macht die Rolle des Rechtsmediziners, der bei passender Gelegenheit Karl Popper und Shakespeare zitiert.
17.03.2026
22:00
BR
Reihe
Stadelmann, Führmann, Fischer, Wendel, Markus Sehr. „Die Mauer muss weg“
Western Time im Ersten! „Harter Brocken – Der Goldrausch“ ist der achte Harz-Krimi um den eigenwilligen, stoischen Dorfpolizist Koops, der eine Killerin jagt und einen Goldschatz sucht. Es geht um Gier, unabhängig vom politischen System, hüben wie drüben, damals wie heute. Und wie weit Menschen gehen, diese zu stillen. Markus Sehr hat seinen dritten „Harter Brocken“-Krimi inszeniert. „Der Goldrausch“ bietet ein Katz- und Mausspiel mit cleveren Protagonisten: Aljoscha Stadelmann als Dorfsheriff gegen „Die Füchsin“ Lina Wendel als Ex-Stasi-Offizierin. Humoriger Höhepunkt des Psycho-Duells: Ein Tresen-Zweikampf mit viel Alkohol, K.o.-Tropfen und vertauschten Gläsern, in dem die Killerin dem Cop absolut das Wasser (oder Bier!) reichen kann. Thriller, Abenteuer, Comedy in einem: passt!
17.03.2026
22:15
WDR
Serie & Mehrteiler
Krauter, Meckbach, Christensen, Schmidt, Baxmeyer. Üppig-pralle Genre-Unterhaltung
Jan Krauter als deutscher Gast-Kommissar mit Asperger-Syndrom an der Algarve-Küste: „Lost in Fuseta“ (FFP New Media / Degeto) bietet konventionelle, aber spannende Krimi-Unterhaltung um einen Trinkwasser-Skandal in visuell üppiger Verpackung. Holger Karsten Schmidt schrieb selbst das Drehbuch zu seinem eigenen Roman, Regisseur Florian Baxmeyer inszenierte den deutsch-portugiesischen Clash mit humorvollen und dezent romantischen Einsprengseln. Gerne mehr davon, denn die sympathischen Figuren in der von Michael Grabowski wunderbar fotografierten Landschaft machen Laune. So stellt der bildstarke und wendungsreiche Zweiteiler, bei dem die zahlreichen im Ausland spielenden Krimi-Reihen deutlich in den Schatten. Und auch die Länge von 180 Minuten zahlt sich aus…
17.03.2026
22:25
3sat
Fernsehfilm
Julia Koschitz, Jonas Nay, Thorsten M. Schmidt, Lenz. Er war gerade 18 Jahr…
„Schweigeminute“ nach der Novelle von Siegfried Lenz erzählt von der ersten großen Liebe und vom ganz großen Glück. Die männliche Hauptfigur lässt die aufregende Zeit zwischen der ersten Begegnung, einem tragischen Unfall und den Tagen danach noch einmal an ihrem inneren Auge vorbeiziehen. Der Film vereint das Beste der anderen sechs Lenz-Adaptionen der letzten zehn Jahre: Zeitkolorit, ein hohes Maß an narrativer Abstraktion, eine elaborierte Filmsprache, mit Julia Koschitz und Jonas Nay eine charismatische Besetzung, Raum für eigene Lesarten. Das Sujet Liebe wird in „Schweigeminute“ nicht als schöne, telegene TV-Illusion „Herzkino“-like banal präsentiert, sondern vielmehr in einen geradezu philosophischen Diskurs über das Erwachsenwerden verwandelt. Und in Sachen Zeitgeist, Mode & Stil macht Thorsten M. Schmidt und seinem Team keiner was vor. Aber auch die Spannung zwischen Erotik & Sex wird für einen Fernsehfilm beeindruckend ausgelotet.
Vergangene Ausstrahlungen im März
06.03.2026
20:15
Arte
Reihe
Franziska Hartmann, Elke Rössler, Francis Meletzky. Momente bitterer Wahrheit
Franziska Hartmann ist Katharina Tempel, die bereits in „Helen Dorn“ zu zwei Einsätzen kam. So schlüpft nun auch die in den letzten Jahren interessanteste deutsche Schauspielerin ihres Alters in die Rolle einer Kommissarin. Warum nur?! Das fragt man sich nach 90 Minuten nicht mehr. „Was wir verbergen“ (Network Movie) ist der vielversprechendste Auftakt aller ZDF-Krimi-Reihen-Starts der letzten Jahre: ein ebenso geradlinig erzählter wie atmoshärisch inszenierter Film. Denn neben dem ungewöhnlichen Krimiplot, der so viele Fragen aufwirft, verläuft auch eine Drama-Spur, die lange im Verborgenen bleibt. Die narrative Konstruktion ist zwar kompliziert, allerdings nicht an der Realität vorbei gedacht. So erzeugt die Geschichte eine hohe emotionale Anteilnahme. Und dieser ZDF/Arte-Koproduktion gelingt das Kunststück, ein spannender Krimi zu sein und zugleich ein noch spannenderes Beziehungsdrama. Ohne die typisch deutschen bedeutungsschwangeren Blicke. Dabei gibt es hier so viele Wunden, die nicht verheilt sind – und sorgsam verborgen werden.
06.03.2026
22:15
One
Fernsehfilm
Charly Hübner, Wolfgang Stauch, Bartosz Werner. Nicht die übliche Wohlfühlformel
Roger ist Hausmeister – hängengeblieben mit Mutti und deren Alkoholproblem in einem Schweriner Plattenbau. Ein Träumer, der sich gern mal verlieben würde. Wenn er nur wüsste, wie das geht… „Anderst schön“ ist ein Ausnahmestück am Freitag in der ARD. In dieser Dramödie herrscht ein märchenhaft realistischer, tragikomischer Ton vor mit Hang zum Optimismus, zu skurrilen Charakteren & ostalgischer Ironie. Einem Ensemble und einer Ausstattung vom Feinsten setzen Charly Hübner und Christina Große die Krone auf. Vielschichtiges Buch & fein die Tonlagen austarierende Regie – das macht Laune!
05.03.2026
00:15
ARD
Fernsehfilm
Adele Neuhauser, Mattes, Kaya, Noethen, Uli Brée, Dirk Kummer. Eine Frau fährt ihren Weg
Die Suche nach seiner (neuen) Identität, eine Familie und ein soziales Umfeld, die einen ablehnen, eine aus Verzweiflung aufgekündigte Freundschaft, eine Ehe, die ein Missverständnis ist, Verwirrung, Verletzungen, Verdrängung. Kein leichter Stoff, den sich Uli Brée, eigentlich eher ein Komödienautor, für „Ungeschminkt“ (BR, ORF / Bavaria Fiction) ausgedacht hat. Aber so wie er auch in seinen sieben Büchern für den ORF-„Tatort“ nicht auf Wiener Schmäh verzichten mag, so hellen auch die Trauermienen und bösen Blicke in diesem Vier-Personen-Drama immer wieder auf. Das Transgender-Thema wird in dem Film von Dirk Kummer nicht in seiner sozialkritischen Dimension abgehandelt, sondern als psychologisches Drama mit Tiefgang, und der zeit(geist)lose Kern der Geschichte dreht sich darum, inwieweit man als Liebender schwere seelische Verletzungen vergeben und verzeihen kann. Besonders gelungen ist das Wechselspiel zwischen introspektiven Solo-Szenen und emotional intensiven Gesprächspassagen. Es kommt nicht oft vor, dass man Dialoge in einem Fernsehfilm so gebannt verfolgt. Die exzellenten Schauspieler tragen mit dazu bei.
05.03.2026
01:50
ARD
Serie & Mehrteiler
Christine Neubauer, Tim Bergmann und die beiden Seiten der Swinging Sixties
„Der kalte Himmel“ erzählt vor allem im ersten Teil die Geschichte eines autistischen Jungen mit stimmungsvoller Sinnlichkeit. Andrea Stoll und Johannes Fabrick nehmen sich Zeit und geben dem Zuschauer die Möglichkeit, die Krankheit, die viel mit Strukturen und Mustern zu tun hat, sich visuell zu erschließen. Auch der Winter steht dieser Geschichte gut. Und ähnlich wie der Schnee legt sich der Soundtrack jener Jahre über die Szenen. Christine Neubauer sah man lange nicht so gut und passend besetzt. Emotional perfekt & ein stimmiges Zeitbild.
05.03.2026
20:15
One
Fernsehfilm
Charly Hübner, Wolfgang Stauch, Bartosz Werner. Nicht die übliche Wohlfühlformel
Roger ist Hausmeister – hängengeblieben mit Mutti und deren Alkoholproblem in einem Schweriner Plattenbau. Ein Träumer, der sich gern mal verlieben würde. Wenn er nur wüsste, wie das geht… „Anderst schön“ ist ein Ausnahmestück am Freitag in der ARD. In dieser Dramödie herrscht ein märchenhaft realistischer, tragikomischer Ton vor mit Hang zum Optimismus, zu skurrilen Charakteren & ostalgischer Ironie. Einem Ensemble und einer Ausstattung vom Feinsten setzen Charly Hübner und Christina Große die Krone auf. Vielschichtiges Buch & fein die Tonlagen austarierende Regie – das macht Laune!
04.03.2026
01:35
NDR
Reihe
Möhring, Weisz, Moyo, Neelesha Barthel. Konzentrierter Fall, überzeugende Jubilare
Zum zehnjährigen „Tatort“-Jubiläum widmet sich Fall 17 einem vertrauten Sujet. Wie schon einige Male zuvor ermittelt das Team der Bundespolizei im Geschäft von Schleuserbanden und dem Migrantenleben in der Illegalität. Dabei folgt das Team der Spur eines tot in einem LKW aufgefundenen Flüchtlings und hilft einem verzweifelten Elternpaar auf der Suche nach seinem Sohn. „Tatort – Verborgen“ (NDR / Wüste Film) ist ein nüchtern gehaltenes Drama, das auf waghalsige Alleingänge und moralische Schleifen verzichtet. Auf der Bildebene mit Parallelwelten arbeitend, erzählt der Film von der Annäherung zweier Väter, von Anteilnahme und Hilflosigkeit. Das Ermittler-Team hat nach zehn Jahren alle Manierismen abgelegt und überzeugt auf ganzer Linie. Zum Jubiläum möchte man ihnen spontan einen leichten Fall für zwischendurch wünschen, sonst aber unbedingt weiter in diese Richtung.
04.03.2026
02:15
3sat
Fernsehfilm
Fabian Busch, Gernot Krää, Roland Suso Richter. Der Mann, der zuviel wusste
„Spurlos in Marseille“ (Degeto / Lailaps Pictures) erzählt die oft gesehene Geschichte eines Familienvaters, der über sich hinauswachsen muss, um seine Lieben zu beschützen: Als auf dem Weg in den Urlaub seine Frau verschwindet, muss sich Hausmann Bruno (Fabian Busch) mit mächtigen Gegnern anlegen. Die Handlung erinnert mitunter verblüffend an die ebenfalls von der ARD-Tochter Degeto in Auftrag gegebene Charlotte-Link-Verfilmung „Die Entscheidung“, aber Roland Suso Richter hat daraus einen fesselnden Thriller gemacht, der vor allem visuell beeindruckt. Das Zusammenspiel von Kamera, Schnitt und Musik funktioniert ähnlich gut wie in seinem herausragenden letzten „Zürich-Krimi“ („Borchert und die tödliche Falle“). Enttäuschend ist allerdings der Schluss: Wenn die Degeto keine Fortsetzung in Auftrag gibt, endet die Geschichte ziemlich unbefriedigend.
04.03.2026
14:00
One
Fernsehfilm
Neuhauser, Richter-Röhl, von Luckwald, Brée, Kummer. Hochgeflogen, gut gelandet
Die Läuterung des Menschenhassers gehört zu den schönsten Übungen im Genre der Komödie. Leider hat dafür nicht jeder Jack Nicolson, Helen Hunt und ein geniales Drehbuch zur Hand. Beim FilmMittwoch im Ersten liegt die Latte etwas tiefer als in Hollywood. Darum, Respekt: „Faltenfrei“ nimmt verschiedene Anläufe, bleibt dabei immer leicht und fliegt recht hoch. Viel verdankt die Komödie ihrer Hauptdarstellerin, einer feierlich zelebrierten Buntheit und originellen Wendungen im Drehbuch (Uli Brée, „Vorstadtweiber“). Wer nach den ersten Filmminuten noch annimmt, in „Faltenfrei“ (BR, ORF / Bavaria Fiction) von Dirk Kummer ginge es nur um einen Fall aus großer Höhe, findet sich schon bald aus der Wirklichkeit katapultiert, um am Ende gern in sie zurückzukehren. Ganz wie Hauptfigur Stella Martin, der Adele Neuhauser mit komödiantischer Lust die nötige Ruppigkeit und Wärme verleiht.
04.03.2026
20:15
ARD
Fernsehfilm
Adele Neuhauser, Mattes, Kaya, Noethen, Uli Brée, Dirk Kummer. Eine Frau fährt ihren Weg
Die Suche nach seiner (neuen) Identität, eine Familie und ein soziales Umfeld, die einen ablehnen, eine aus Verzweiflung aufgekündigte Freundschaft, eine Ehe, die ein Missverständnis ist, Verwirrung, Verletzungen, Verdrängung. Kein leichter Stoff, den sich Uli Brée, eigentlich eher ein Komödienautor, für „Ungeschminkt“ (BR, ORF / Bavaria Fiction) ausgedacht hat. Aber so wie er auch in seinen sieben Büchern für den ORF-„Tatort“ nicht auf Wiener Schmäh verzichten mag, so hellen auch die Trauermienen und bösen Blicke in diesem Vier-Personen-Drama immer wieder auf. Das Transgender-Thema wird in dem Film von Dirk Kummer nicht in seiner sozialkritischen Dimension abgehandelt, sondern als psychologisches Drama mit Tiefgang, und der zeit(geist)lose Kern der Geschichte dreht sich darum, inwieweit man als Liebender schwere seelische Verletzungen vergeben und verzeihen kann. Besonders gelungen ist das Wechselspiel zwischen introspektiven Solo-Szenen und emotional intensiven Gesprächspassagen. Es kommt nicht oft vor, dass man Dialoge in einem Fernsehfilm so gebannt verfolgt. Die exzellenten Schauspieler tragen mit dazu bei.
04.03.2026
22:10
MDR
Reihe
Höfels & Hanczewski ziehen Brambach & den Volksmusikanten die Lederhosen aus
Alwara Höfels & Karin Hanczewski zeigen in „Auf einen Schlag“, ihrem ersten „Tatort“ aus Dresden, wie weibliches Ermitteln aussehen kann: geradlinig und selbstbewusst, schnell im Kopf und genauso schnell mit den Beinen. Die Akteure: zwei junge, sympathische, „normale“ Frauen ohne Marotten. Die bringt dafür ihr Chef mit – was Martin Brambach Raum gibt für einige Glanz-Nummern. Diese wiederum korrespondieren bestens mit dem Milieu der Schlagerfuzzis, das schräg & ironisch den Krimi-Whodunit konterkariert und belebt. Ein Volksmusikant ist erschlagen worden. Die vermeintliche Hochburg der (n)ostalgischen Glückseligkeit ist ein dankbarer Gegenstand für den Meister der Gesellschaftskomödie Ralf Husmann. Das Spielerische zieht sich angenehm auch durch Hubers Inszenierung.
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Foto: ZDF / Stefanie Leo Eine Weihnachtswunder-Komödie: witzig, märchenhaft schön, clever konzipiert & originell. Kalenberg, Malton & Amft in „Zitronenherzen“

















