TV-Premieren im März
und von den Wiederholungen nur das Beste
21.03.2026
20:15
BR
Reihe
Herbert Knaup, Rainer Kaufmann, das Allgäu, die Degeto & die Sach mit dem Dialekt
Kluftinger muss im eigenen Dorf ermitteln, er wird geschnitten und sogar seine Liebsten wenden sich von ihm ab. Nach dem Erfolg im bayerischen Dritten gibt es den Kultkommissar aus dem Allgäu nun in der ARD. Trotz Degeto – „Milchgeld“ macht der Vorlage keine Schande. Die urigen Charaktere, die klare Struktur, die Mundart – das sind die Bausteine dieses Kluftingerkrimis. Es ist die dramaturgische Dichte, aus der sich die Komik speist, die sich dann in vordergründigen Gags lauthals Luft machen kann. Pfundiges Drehbuch, spielfreudiges Ensemble, leichtfüßige Regie & Knaup ist ein göttlicher Komödiant!
21.03.2026
20:15
HR
Reihe
Schönemann, Reents, Lohse, Schmidt, Seume. Spionagethriller auf dem Lande
Nach dem stimmigen Auftakt „Käpt’n Hook“ und dem seltsamen Mystery-Krimi „Der wilde Sven“ hat Autor Holger Karsten Schmidt Personal und Plot von „Nord bei Nordwest“ in der dritten Episode der ARD-Donnerstagskrimi-Reihe elegant auf Kurs gebracht. „Estonia“ besticht mit einem angenehm abgespeckten Konzept & der klugen Arbeit am Detail. Auf den ersten Blick auffallend: der entspannte Erzählrhythmus, das sympathische, sich aber nicht beim Zuschauer anwanzende Personal, die Top-Besetzung, viel norddeutsche Mentalität & landschaftliche Atmosphäre. Und beim zweiten Blick lässt sich erkennen, wie beiläufig ein ironischer Unterboden geschaffen wird, wie klug und tief Emotionen erspielt werden, wie aus Ellipsen das Lakonische entsteht und dass diese Schönemann-Figur ihre eigene Art hat.
21.03.2026
20:15
rbb
Serie & Mehrteiler
Fehling, Hinrichs, Matschke, Traue, Selge, Riedhof. Fakten stimmig, Form sexy!
„Der Fall Barschel“ braucht keinen Jahrestag, ist alles andere als öffentlich-rechtliches Gedenk-TV. Der Film von Kilian Riedhof („Homevideo“) beginnt als Buddy-Movie zweier hungriger Redakteure, die wild entschlossen sind, 1987 „Waterkantgate“ journalistische Impulse zu geben. Nach einer Stunde die Wende, es beginnt eine „Reise in die Finsternis“, auf der einer der beiden zu einer Art Widerganger Barschels wird. Dem Film, der ein Film ist über die Suche nach der Wahrheit und der den Tod Barschels logischerweise als unergründlichen Mythos stehen lässt, gelingt es, ohne die realistische Einschätzung der Faktenlage außer acht zu lassen, aus der Kraft der Fiktion heraus etwas Neues zu schaffen, das viel über den Menschentypus Barschel & den Zeitgeist der 80er Jahre aussagt. Das 180minütige TV-Event ohne jeden falschen Hochglanz könnte für die deutsche TV-Fiction wegweisend sein.
21.03.2026
21:45
BR
Reihe
Knaup, Buresch, Kaufmann. Wasserdichte Geschichte im Dauerschmunzelmodus
Auch der dritte Kluftingerkrimi „Seegrund“ ist ein Riesenspaß. Eine schräge Mixtur aus Provinzkrimi mit mythologischer Färbung und Charakterkomödie mit absurder Note. Pointendichte und Verspieltheit haben nach dem geradlinigeren „Milchgeld“ wieder stärker in Richtung „Erntedank“ angezogen. Die Mixtur aus landschaftlicher Mystik und launigem Ermittlerkrimi funktioniert sogar noch besser als beim Auftaktfilm. Das Leben des Gewohnheitstiers Kluftinger gerät aus den Fugen. Das ist urkomisch – und wird mit wunderbaren visuellen Äquivalenten belegt. Kluge, lustvolle, sinnliche TV-Unterhaltung!
21.03.2026
23:15
BR
Fernsehfilm
Fritz Karl, Hecke, Knaup, Brambach, Rowitz. Eigentlich müssen sie alle auf die Couch
In der ARD-Komödie „Das beste Stück vom Braten“ spielt Fritz Karl einen begnadeten Koch, der auch jenseits der Herdplatte nichts anbrennen lässt. Seinen Beruf erhebt er zur sinnlichen Kunst, lebt in der Küche aber auch seine Machtgelüste aus: Dieser Mann liebt weder sich noch andere, ob Kochen oder Sex – alles wird bei ihm zum Kampf. Auch die Frau, in die er sich verliebt, hat ein Riesenproblem: ihren Vater. Der ist genauso ein gestörter Narzisst wie er, ist Gourmetkritiker und sein Erzfeind. Der ARD-Freitagsfilm besitzt die klassische Rezeptur guter Komödien: hohes Tempo, gutes Timing, ein passend dynamischer Score sowie mit Knaup, Hecke, Brambach & Karl ein Top-Cast. Eine Küche voller Neurotiker.
21.03.2026
23:40
ARD
Reihe
Hinnerk Schönemann, Reents, Lohse, Schmidt, Theede. Goldrausch in Schwanitz?
Der Krimifall von „Gold!“, der siebten Episode aus der immer beliebter werdenden ARD-Reihe „Nord bei Nordwest“ (NDR / Aspekt Telefilm), ist nicht übermäßig aufregend. Das Gold sorgt zwar kriminalistisch für allerhand Kombinationsspielchen, am Ende aber ist alles nicht mehr als cleverer Zierrat für ein eher simples Verbrechen. Mehr von Belang für das gute Gelingen des Films sind hingegen die komödiantischen Spuren, die das Gold-Motiv hinterlässt. Auch die latente Erotik des Trios, das in der Kombi mit dessen Traumbesetzung das Herzstück der Reihe ist, wird diesmal einen Tick mehr ausgespielt. Jacobs, der endlich vor Gericht gegen den Clan-Chef, auf den er einst angesetzt war, ausgesagt hat, wirkt wie befreit. So offen hat er in den sechs Episoden zuvor noch nie geflirtet. Auch bei seinen Befragungen wird er immer einfallsreicher. Der Rest ist grundentspannte norddeutsche Atmosphäre.
22.03.2026
01:15
ARD
Reihe
Tobias Oertel, Jan Krauter, Günsch, Niehaus, Stielow, Kaps, Ziska Riemann. Man in Black
Vier Jahre nach seinem ersten Einsatz kehrt BKA-Personenschützer Jan Schäfer zurück. Schutzbefohlene sind diesmal ein Wissenschaftler und seine Familie: Eduard Raabe ist Erfinder einer Technologie, mit der Deutschland die Abhängigkeit von Erdölimporten beenden könnte, was mächtige Gegenspieler verhindern wollen. Der Auftakt der losen Reihe war ein schnörkelloser Thriller, der zweite Film hat dank der Szenen mit dem Bodyguard und Raabes Teenager-Sohn mehr zwischenmenschliche Momente, ist aber ebenfalls spannend, zumal die Feinde auch in den eigenen Reihen lauern. Die Action-Szenen sind bestes TV-Handwerk. Sehenswert ist „Wissen, das tötet“ (Degeto / Wüste) erneut vor allem wegen Tobias Oertel als cooler „Man in Black“.
22.03.2026
02:50
ARD
Fernsehfilm
Berben, Langmaack, Loose. Erfahrungen machen als Wert an sich – auch mit über 60!
Nach dem in diesem Jahr Grimme-Preis-gekrönten Drama „Hanne“ hat Beate Langmaack zum zweiten Mal ein brillantes Drehbuch passgenau auf Iris Berben zugeschrieben, die am 12. August ihren Siebzigsten feiert. „Mein Altweibersommer“ unterscheidet sich wohltuend von den Das-kann-doch-noch-nicht-alles-gewesen-sein-TV-Dramoletts, in denen langweilige Göttergatten meist die rote Karte gezeigt bekommen. Die Hauptfigur hat keinen Grund, ihren Mann zu verlassen. Es ist auch nicht der andere Mann, dessen Verführungskünsten sie erliegt, nein, es der Wert der neuen Erfahrung, dieser Auszeit, die sie sich nimmt, um über die Sinnlichkeit des Augenblicks hinaus zu erkennen, wo sie momentan steht im Leben und wo sie noch hin möchte… Auch ästhetisch ist Berbens ARD-Geburtstagsfilm überaus gelungen: die Sprache wohl dosiert, die Dialoge knapp & intelligent pointiert. Fein austariert ist auch das Verhältnis zwischen Wort und Bild. Dustin Loose hat mit Hilfe seiner Gewerke einen liebevoll ausgestatteten Mikrokosmos erschaffen. Auffallend gut ist auch die Balance zwischen dem Mensch in der Landschaft (= die Signatur des realistischen Films) und einer Hauptfigur, die ganz bei sich ist. Das Ergebnis ist ein kraftvoller, poetischer Realismus.
22.03.2026
11:45
SWR
Fernsehfilm
Fritz Karl, Hecke, Knaup, Brambach, Rowitz. Eigentlich müssen sie alle auf die Couch
In der ARD-Komödie „Das beste Stück vom Braten“ spielt Fritz Karl einen begnadeten Koch, der auch jenseits der Herdplatte nichts anbrennen lässt. Seinen Beruf erhebt er zur sinnlichen Kunst, lebt in der Küche aber auch seine Machtgelüste aus: Dieser Mann liebt weder sich noch andere, ob Kochen oder Sex – alles wird bei ihm zum Kampf. Auch die Frau, in die er sich verliebt, hat ein Riesenproblem: ihren Vater. Der ist genauso ein gestörter Narzisst wie er, ist Gourmetkritiker und sein Erzfeind. Der ARD-Freitagsfilm besitzt die klassische Rezeptur guter Komödien: hohes Tempo, gutes Timing, ein passend dynamischer Score sowie mit Knaup, Hecke, Brambach & Karl ein Top-Cast. Eine Küche voller Neurotiker.
22.03.2026
20:15
One
Fernsehfilm
Brigitte Hobmeier, Gerti Drassl, Mraz, Böck, Uli Brée, Michael Kreihsl. Das perfekte Beziehungschaos
„So haben wir dich nicht erzogen“ (BR, ORF / Cult Film) ist eine pointierte Zeitgeist-Komödie über Rollenbilder, Queerness und „Political Correctness“. Zwei engagierte Mütter und ihre Bilderbuch-Tochter taumeln ins Chaos, als die flügge gewordene junge Hedwig aus dem Alltag im reinen Frauenhaushalt ausbrechen und einen Mann heiraten will, der so gar nicht ins Weltbild ihrer Feministinnen-Eltern passt. Komödien-Spezialist Michael Kreihsl hat nach dem Drehbuch von Uli Brée ein amüsantes und kurzweiliges Spiel voller witziger Wendungen, aufgedeckter Familiengeheimnisse und kollidierender Weltbilder in Szene gesetzt und ein fein-sinniges Comedy-Kammerspiel geschaffen, das auch von seinen starken HauptdarstellerInnen, Brigitte Hobmeier, Gerti Drassl, Thomas Mraz, Alina Schaller und Wolfgang Böck profitiert.
Vergangene Ausstrahlungen im März
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