Foto: WDR / Thomas Kost Der überaus vergnügliche und auch optisch anspruchsvolle zweite Jubiläums-„Tatort“ aus Münster nimmt eine seit vielen Jahren kursierende Verschwörungserzählung aufs Korn: Die Titelfigur von „Propheteus“ (WDR / Bavaria Fiction) warnt ihre Gefolgschaft vor außerirdischen Echsenwesen, die die Weltherrschaft übernehmen wollen. Die Geschichte beginnt mit einem ganz gewöhnlichen Mord und zieht dann immer irrwitzigere Kreise. Regisseur Sven Halfar hat gemeinsam mit Kameramann Timo Moritz genau die richtige Bildsprache für das originelle Drehbuch von Astrid Ströher gefunden, weil die Optik den satirischen Gehalt nur gelegentlich moderat erhöht. Die Entscheidung, die originelle Geschichte nicht auch noch komödiantisch zu inszenieren, tut dem Film sehr gut, zumal auch die witzigen Figuren ernst genommen werden. Am verblüffendsten ist ein Pärchen vom Verfassungsschutz, das wie eine Leihgabe aus den „Men in Black“-Filmen wirkt.
