Foto: Amazon Prime Video Ende der 1970er-Jahre kapern drei naive Halbstarke das Revier etablierter Zuhälter auf der Hamburger Reeperbahn. Mit Aufstieg und Fall der „Nutella-Bande“ erzählt „Luden – Könige der Reeperbahn“ (NeueSuper / Amazon Studios) ein Stück Zeitgeschichte von unten. Die sechs Episoden nach den Biografien realer Kiezgrößen pendeln zwischen Party und hartem Pflaster. Die Serie thematisiert, wie harte Drogen und der Ausbruch von Aids das Milieu auf St. Pauli zersetzten. Um die Machtkämpfe der Kartelle vor diesem Hintergrund nicht verblassen zu lassen, braucht es markante, mehrschichtige Charaktere. Leider sind nicht alle Vertreter des Luden-Personals ausreichend stark und wandelbar angelegt. Die zentrale Figur versucht verzweifelt, die Show am Laufen zu halten und von allen geliebt zu werden. Das will auch diese Serie. Die etwas monotone, chronologische Auf-und-Ab-Dramaturgie steht jedoch dem Geliebtwerden im Weg. Dafür kann die Serie auf zwei stille Helden vertrauen.
