Foto: SWR / kurhaus production Das Thema Pädophilie ist ohnehin heikel, aber Savaş Ceviz (Buch und Regie) geht in seinem Debüt „Kopfplatzen“ (SWR / kurhaus) noch einen Schritt weiter: Er erzählt die Geschichte des Films konsequent aus Sicht seiner Hauptfigur. Wenn Markus Jungs im Schwimmbad beobachtet, werden seine begehrlichen Blicke auch die des Publikums. Der Architekt kämpft zwar gegen die Neigung an, aber als sich die Mutter eines hübschen Achtjährigen in ihn verliebt, ist dieser Kampf kaum zu gewinnen. Mit seinen kühlen grauen Bildern und der früh angedeuteten Ausweglosigkeit ist das episodisch konzipierte Drama alles andere als leichte Kost. Max Riemelt verkörpert die Hauptrolle derart differenziert, dass die immer wieder eingestreuten Bilder eines einsamen Wolfs als Metapher nicht nötig gewesen wären.
