Foto: SWR / Benoît Linder Die Leiche lag über Monate auf dem Wohnzimmerparkett. Niemand hat Nelly vermisst. Den Kommissaren bleibt die Tote ein Rätsel. Dem Zuschauer offenbart sie sich. „Tatort – Überlebe wenigstens bis morgen“ (SWR) springt von der direkten Ansprache in ein Chaos der Gefühle. Trügerische Selbstbilder spiegeln die kranke Psyche einer jungen Frau, die dem Traum nachhängt, liebenswert, perfekt und beneidenswert glücklich zu sein. Bis sich die Wahrheit herauskristallisiert, widmet sich der 30. Fall aus Stuttgart jenen, die sich der Toten im Leben entzogen. Das Drehbuch sowie das Spiel des Stuttgart-Duos Lannert/Bootz garantieren Feingefühl statt moralischer Keule. Auch bei Regie und Episoden-Hauptrolle ergänzte sich ein erprobtes Duo. Das aktuelle Thema Einsamkeit wird so behutsam in den Blick genommen und mit Freiraum für das (mit)denkende Publikum in Szene gesetzt.
