Foto: ZDF / Maximilian König /[ M] Auf einer Nordseeinsel kommt eine junge Frau dem Geheimnis ihrer Geburt auf die Spur – und schließlich gefährlich nah. Sie gerät zwischen zwei Welten – und plötzlich schlüpfen vor ihren Augen Doppelgänger der Insulaner aus dem Watt. Wer soll ihr diese abstruse Wiedergänger-Story glauben? Und was hat sie selbst mit dieser Invasion zu tun? „Die Düsteren“ (ZDF / Network Movie, Studio Zentral) ist keines jener episch angelegten, raunenden Serien-Monster. Diese Mystery-Thriller-Serie, die die genreüblichen philosophischen Light-Subtexte mitliefert („Wer bin ich und wieviele?“), ist über ihre 270 Minuten vor allem eines: spannend. Dafür gibt es viele Gründe. Die Serie hat die richtige Länge. Die Narration ist straff, klar strukturiert, es gibt keine überflüssigen Nebenplots. Nie tappt man zu lange im Dunkeln, Rückblenden verdichten die Handlung der Gegenwart und charakterisieren gleichsam Original und Doppelgänger. Die Insel als Schauplatz ist ebenfalls ideal. Überraschend gut funktioniert auch der Wechsel zwischen Realitätsnähe und Mystery-Anmutung. Hinzu kommt eine stimmungsvoll-atmosphärische Inszenierung. Und schließlich Lisa-Marie Koroll, die zeigt, dass sie nicht nur Alltagscodes junger Leute bedienen, sondern auch eine komplexe Mystery-Serie als Identifikationsfigur tragen kann.



