Foto: NDR / Gordon Timpen Vier Tote zum Einstand, eine Tasche voller Geld und ein korruptes, skrupelloses Polizeiduo, das sich an die Fersen einer tauben jungen Frau heftet. Was nach einem typischen Thriller-Plot aussieht, entwickelt sich bei Autor Holger Karsten Schmidt diesmal zu einem Landkrimi mit anrührender Drama-Note. „Pechmarie“, Episode 28 der Krimi-Reihe „Nord bei Nordwest“ (NDR / triple pictures), setzt trotz einiger knalliger Momente weniger auf Genre-Spannung als sonst. Der Kern der Geschichte dreht sich – und das ist ungewöhnlich für die Reihe – um ein Thema, das nicht nur von der Erzählung gesetzt wird, sondern auch von den Figuren immer wieder offen angesprochen wird: Glück, Unglück, Schicksal, ja sogar der Tod wird reflektiert. Und das Motiv Taub-Sein wird in diesem Krimi-Drama weniger für den Thrill eingesetzt, es ist vielmehr die Grundlage einer Selbstermächtigung, durch die die Geschichte an Tiefe gewinnt.

