Foto: Degeto / Diaz Wichmann Zweieinhalb Jahre nach den beiden Auftakt-Episoden verströmen die neuen Filme der ARD-Donnerstags-Reihe „Der Barcelona-Krimi“ (Dreamtool Entertainment) wieder reichlich südländischen Metropolen-Flair. Anders als in den meisten deutschen Krimis, die für ihre Geschichten die passende Form suchen, verfahren die Macher beim „Barcelona-Krimi“ umgekehrt. Das hat durchaus seinen Reiz – und durch Anne Schäfer und vor allem Clemens Schick sind „Entführte Mädchen“ und „Blutiger Beton“ ohnehin mehr als souverän inszenierte Designer-Krimis Marke „Miami Vice“. Der US-Genre-Pragmatismus, der um der emotionalen Wirkung willen schneller bereit ist, Figuren zu opfern, schlägt hier auch auf die Geschichten durch. Den Eindruck eines Gewalt-und-Gefühlsmissbrauchs hat man allerdings bei den beiden Filmen nicht. Und dass Deutsche Spanier spielen stört kaum. Man könnte sagen: Die Besetzung ist deutsch, aber die Charaktere besitzen durchaus ein Stück weit spanische Mentalität. Ermittelt wird weniger systematisch, sondern immer etwas chaotisch.


