Foto: WDR / MadeFor / Waisburd In „Vorübergehend glücklich“ (WDR, Degeto / MadeFor Film) steht eine Frau im Zentrum, die es nicht so hat mit den gesellschaftlichen Konventionen, die sich nicht gern zurückhält mit ihren Bemerkungen, die Konflikte nicht aussitzt und die der Wahrheit zuliebe Scham-Gefühle aushalten kann. Das besonders Interessante an dieser Sonja ist ihr Beitrag für die Geschichten. Denn mit einem Charakter, der alles offen ausspricht, lassen sich die künstlich hochgejazzten Pseudo-Probleme vieler ARD-„Endlich Freitag“- oder ZDF-„Herzkino“-Filme nur schwer erzählen. Wer die herkömmliche klassische Konflikt-Handlung sucht, wird sie nicht finden, dafür die kleinen und größeren Probleme des Alltags, vielschichtige Interaktionen und köstliche Dialog-Feuerwerke. „Relevante“ Themen wie ein handfester Pharma-Skandal oder der sorglose Umgang mit den „den kleinen Helfern“ werden angenehm beiläufig in die privaten Chaos-Plots integriert. Es ist mutig, fast nur auf unbekannte Gesichter zu setzen, zahlt sich jedoch aus. Bleibt zu hoffen, dass das Ende nicht das Ende ist.
