Foto: MDR / Axel Berger Vermutlich schwebte den Machern dieses ARD-Dokudramas ein großes Werk im Stil der Filme von Raymond Ley vor; der Regisseur verwebt seit vielen Jahren auf vorbildliche Weise Interviews und Spielszenen zu fast immer großartigen Fernsehspielen. „Der Auf-Schneider“ (MDR, WDR / Saxonia Entertainment) aber ist ein Beispiel dafür, wie man es nicht machen sollte. Als 60minütige Dokumentation, die ausschließlich aus aktuellen Gesprächen und zeitgenössischen Ausschnitten besteht, wäre das Porträt über den Baulöwen Jürgen Schneider, der bei seinem Absturz Mitte der 1990er Jahre 5,4 Milliarden Mark Schulden hatte, vermutlich richtig gut geworden. Die inszenierten Passagen aber blasen den Film völlig unnötig auf, zumal die schauspielerischen Darbietungen stellenweise drittklassig sind. Allein Reiner Schöne sorgt dafür, dass dieser Anteil keine komplette Zeitverschwendung ist.
