Foto: NDR / Zeitsprung / Michael Ihle Hans Albers (1891-1960) ist eine deutsche Schauspieler-Legende. Das Doku-Drama „Die Liebe des Hans Albers“ (NDR / Zeitsprung Pictures) kratzt kräftig am Image dieses Idols, das in seinen Filmen zwar oft der „Vorzeige-Arier“ war, sich als öffentliche Person aber nicht von den Nazis vereinnahmen ließ und privat ein zurückgezogenes Leben führte. Der Grund: Er war mit einer Jüdin liiert. Jene Hansi Burg emigrierte 1938 ohne sein Wissen nach England, 1946 ist sie es, die den Kontakt wieder aufnimmt. Sie will Antworten, er redet sich Vieles aus der Vergangenheit schön; dennoch bleiben sie bis zu seinem Tod 1960 zusammen. Die Beziehung von Hans & Hansi, die das Idealbild romantischer Liebe zu erfüllen scheint, ist auch eine Liebe der Enttäuschungen & der Zweifel, der Abhängigkeiten & der Verluste. Eine Liebe, zwei Haltungen: Im Leben ist Albers kein Held. Sie ist stärker, konsequenter, sensibler, auch intellektueller & politisch weitsichtiger als der Mann, der ihre Droge ist. Das Doku-Drama, das diese Liebe – parallel zur Chronik der deutschen Historie zwischen den 20er und 50er Jahren – erzählt, besitzt einen klaren Mehrwert gegenüber einer Dokumentation.

