Foto: HR Zwei Männer Ende fünfzig. Ein Wiedersehen nach langer Zeit. Umgeben von Erinnerungen sprechen und schweigen Patrick und Malte über die Vergangenheit. Und über das Gefühl, das sich einstellt, wenn im Leben mehr wegbricht als neu hinzukommt. „Freunde“ (Hessischer Rundfunk) erzählt das anders als viele Filme über Klassentreffen, Beerdigungen und Revoluzzer-Revivals. Das Kammerspiel verzichtet auf Frauen, auf Rückblenden oder die alkoholgeschwängerte Aufarbeitung von Altlasten aus der Abiturzeit. Die Suche nach dem, was war und ist (Drehbuch: David Ungureit) konzentriert sich vor allem auf einen Dialog, der ins Stocken geraten ist. So wie das Leben von Patrick nach dem Tod seiner Frau Anja. Regisseur Rick Ostermann inszeniert diesen Dialog in einer stillstehenden Welt. Das im Dornröschenschlaf liegende Elternhaus des Witwers ist weit mehr als Kulisse. Vergiftete Äpfel liegen zuhauf herum. Das Haus erzählt, wo die Protagonisten schweigen. Dieser Fernsehfilm am Mittwoch wird dadurch zu einem Fest für Zuhörer und aufmerksame Betrachter gleichermaßen. Er balanciert nah am Abgrund, zieht uns aber nie bleischwer hinab. Dafür saßen diese Freunde früher zu gern gemeinsam am Rand und ließen die Beine baumeln.
