Foto: NDR / Márton Kállai Im Mittelpunkt des historischen Dokudramas „Nürnberg 45“ (alle ARD-Sender / Zeitsprung Pictures) stehen weniger das Gerichtsverfahren selbst oder die angeklagten Nazi-Täter, sondern die Geschichten von zwei jungen Auschwitz-Überlebenden: Ernst Michel und Seweryna Szmaglewska sind als Reporter und geladene Zeugin in Nürnberg. Die Spielszenen nehmen neben Interviews und Archivmaterial einen eigenständigen, großen Raum ein und verbinden sich zumeist harmonisch mit dem dokumentarischen Material – wobei man allerdings auf Spielszenen aus dem KZ Auschwitz besser weitgehend verzichtet hätte. Dennoch beweist das Team um Autor Dirk Eisfeld und Regisseur Carsten Gutschmidt wieder einmal, dass man auch heute noch überraschend und erkenntnisstiftend über die Zeit der Naziverbrechen und ihrer Aufarbeitung erzählen kann.
