Foto: MDR / Felix Abraham Eine ambitionierte, wenn auch ziemlich pessimistische Serie über Wut und Widerstand der Jugend und ihre Konflikte mit der Eltern-Generation: „Wer wir sind“ (ARD – Viafilm) erzählt von der Radikalisierung einer Aktivistengruppe in Halle an der Saale und dem Schicksal eines jungen Intensivtäters. In der „Erwachsenen-Welt“ stehen eine Polizistin und ihr in der Jugendhilfe arbeitende Mann im Mittelpunkt. Beide sind die Eltern der jugendlichen Hauptfigur Luise. Neben Polizeigewalt, Umweltverschmutzung und Rassismus fließen auch der Krieg in der Ukraine und das Thema jüdisches Leben in Deutschland beiläufig mit ein. Die Serien-Dramaturgie erlaubt differenzierte Figurenzeichnungen, die Spannung bleibt trotz der einen oder anderen Ungereimtheit hoch, und die Besetzung – allen voran Lea Drinda und Florian Geißelmann – ist herausragend. „Wer wir sind“ passt zur düsteren Krisen-Stimmung, handelt aber auch nicht völlig ohne Hoffnung von Emanzipation und Erwachsenwerden.
