Foto: Degeto / Lotta Killian Filmische Improvisation abseits konventioneller Vorgaben kann das Absurde als eigene Welt etablieren oder es im Alltäglichen erblühen lassen. „Tod den Lebenden“ (Degeto / Anderthalb Medienproduktion) entscheidet sich für Letzteres. Einen Sommer lang sucht eine Gruppe von jungen Leuten nach den eigenen Regeln für ein erfülltes Leben im Angesicht der realen (Klima-)Katastrophe. Zu Anfang besteht ihr Berliner WG-Alltag weitgehend aus Chillen und Sex in unterschiedlicher Zusammensetzung. Auf minimalem Matratzenraum machen sich die Liebenden große Gedanken über die Zukunft und schreiten, bevor die Selbstbespiegelung überhandnimmt, zur Tat. Das von TV-Stanzen geplagte Publikum kann an solch einer Impro-Spielerei genauso viel Spaß haben wie die Beteiligten. Unabhängig davon, in welches Blau es geht, gilt aber auch fürs Absurde: Es darf nicht langweilen. Ein schwieriges Unterfangen, wenn man Menschen zuschaut, die versuchen, die Sonne an ihrem Untergang zu hindern. „Tod den Lebenden“ will nicht nur ein Vergnügen sein, schwierige Passagen sind eingepreist.
