Foto: ZDF / Mario Stumpf / Serviceplan Die erste Frau mit Kopftuch im All zu sein, ist Aylas Lebenstraum. Um sich diesen zu erfüllen, muss die junge Astrophysikerin ihr Leben zwei Monate lang völlig auf den Kopf stellen: Für ein Praktikum bei der NASA braucht sie 22.000 Euro. Dafür setzt sich die gläubige Muslima an den Pokertisch – und gerät in eine gefährlich-aufregende Welt. „High Stakes“ (ZDF / Odeon Fiction) ist weder Poker- noch Spielsucht-Drama. Man muss nicht mal die Regeln des Kartenspiels kennen. Vielmehr ist diese Subtext-reiche, von Via Jikeli überragend gespielte, sechsteilige ZDFneo-Serie ein Genre-Kleinod und eine faszinierende (Super-)Heldinnen-Geschichte. Der konzentrierte und gut konstruierte Plot, der mit zwei Hauptcharakteren und fünf tragenden Nebenfiguren auskommt, ist packender als jeder Krimi. Trotz der erotischen Konnotationen – die brave Ayla verwandelt sich in die sexy-Nina – liefert die Kamera sie nicht dem männlichen Blick des Begehrens aus. Will sie am Ende überhaupt wieder Ayla sein?

