Foto: ZDF / Hardy Brackmann Lotte Jäger, Sonderermittlerin für ungeklärte Fälle, muss in der brandenburgischen Pampa einen Mord an einer jungen Frau aus dem Jahre 2001(!) aufklären. „Lotte Jäger und die Tote im Dorf“ (ZDF / UFA Fiction), der zweite Film mit Silke Bodenbender als psychisch labiler Potsdamer LKA-Beamtin, beginnt als typisches Dorfkrimi-Drama: undurchschaubare Menschen, eine Hand Verdächtiger, Schweigen, Halbwahrheiten, Angst. Es ist kein herkömmlicher Ermittlerkrimi. Autor Rolf Basedow, verzichtet auf klassische Befragungen oder Verhöre, es gibt auch keine Polizeistation. Im Schlussdrittel weitet sich der Horizont der Ermittlung in Richtung auf einen möglicherweise lokalpolitischen Komplott. Auch wenn Meletzkys visuell hervorragender Film nicht an den komplexen Auftaktfilm heranreicht, so hat diese etwas andere Heldin durchaus das Zeug in die Fußstapfen einer „Bella Block“ zu treten. Jägers Psyche und die narrativen Möglichkeiten, die sich durch den zeitlichen Abstand zum Verbrechen ergeben, erscheinen reizvoll – für zumindest ein Krimi-Drama pro Jahr!
