Foto: NDR / Frizzi Kurkhaus Kann man mit einem Demenzkranken im Anfangsstadium einen Kriminalfall, noch dazu einen höchst komplexen Serienmord, erfolgreich aufklären? Ja, ist da überhaupt ein Fall oder nur ein krankhaftes Gedankenkonstrukt? Mit diesen Fragen sieht sich LKA-Ermittlerin Charlotte Lindholm konfrontiert. „König in Gelb“ (NDR / triple pictures) ist der 33. „Tatort“ mit Maria Furtwängler – und einer ihrer besten. Alexander Adolph gelingt das Kunststück einer ganz außergewöhnlichen Genre-Variation: Der Film erzählt, wie die Demenz konventionelles polizeiliches Ermitteln ad absurdum führt und im Schlussdrittel doch wieder in einen mehrschichtigen Krimi mündet. Vorbildlich ist vor allem auch der Umgang mit dem Thema Demenz, das nicht in Krimi-Routine erstickt wird, sondern 90 Minuten lang intelligent präsent ist in Form eines moderat dementen Ermittlers. Andreas Lust spielt dessen Verzweiflung überragend: dieses Geschocktsein über sich selbst, diese Obsession für den Fall, diese fahrigen Gesten, dieser suchende Blick. Der Ernsthaftigkeit, mit der die Demenz in die Narration einfließt, entspricht auch der Verzicht auf vordergründige Nervenkitzel-Szenen. Spannung liegt dennoch ständig in der Luft.
