Foto: Netflix Die Neuverfilmung von Erich Maria Remarques Klassiker „Im Westen nichts Neues“ (Netflix / Amusement Park) dokumentiert schonungslos das Grauen des Krieges. Wie die Vorlage reiht Edward Berger die aus Sicht eines jungen Soldaten geschilderten Ereignisse während des Ersten Weltkriegs episodisch aneinander; wie der Romanautor bemüht sich auch der Regisseur um einen betont sachlichen Erzählstil. Diese Haltung hat eine gewisse Distanz zur Folge: Wer nicht gerade eine perverse Freude an Gemetzeln hat, wird möglicherweise hoffen, dass es bald vorbei ist. Die Bildgestaltung ist allerdings preiswürdig. Immer wieder zeigen Berger und sein Kameramann James Friend stilllebenartige Aufnahmen vom Tod. Einige Einstellungen sind von bizarrer Schönheit, andere erinnern an düstere Renaissance-Gemälde; viele Momente sind von alptraumhafter Grausigkeit. Die Netflix-Produktion hat eine kleine Kinoauswertung.
