Foto: MDR / Britta Krehl Eine kämpft mit harten Bandagen, eine muss eine existenzielle Entscheidung treffen, eine andere bangt um ihre berufliche Zukunft, und wieder eine andere stirbt beim Radfahren, weil ihr jemand das Bremskabel durchgeschnitten hat. Frauen in Magdeburg haben es nicht leicht. Den tödlichen Sabotageakt wertet eine Ärztin als einen Anschlag gegen ihre Praxis, weil dort Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen werden, was militante Abtreibungsgegner auf die Barrikaden treibt. „Your Body, My Choice“ (MDR / 42film), der 22. „Polizeiruf“ aus Magdeburg, lässt den ersten Eindruck eines konventionellen Whodunit-Themenfilms zum Weltfrauentag bald eindrucksvoll hinter sich. Hier gibt es keine bösen Menschen, nur schlechte Erfahrungen. Wenn die Besitzansprüche von Männern so weit gehen, dass sie glauben, für Frauen denken und entscheiden zu müssen, ist das absurd. Und gefährlich kann es sein, wenn sich Aktivist*innen in einem angespannten gesellschaftlichen Klima kopflos zu Gewaltaktionen hinreißen lassen. Der „Polizeiruf“ erzählt von beiden Polen des Meinungsspektrums, nicht abstrakt als Themenfilm, sondern mit persönlichen Geschichten und individuellen Prägungen. Sicherlich kein perfekter Krimi, aber ein engagiertes, gesellschaftlich relevantes und sehr fein gespieltes Drama.
