Foto: Degeto / Martin Maguire Eine Perfektionistin mit Englischschwäche, der das berufliche Aus droht, bucht in der irischen Pampa einen Sprachkurs und ist guter Dinge, doch der erste Eindruck ist niederschmetternd: Die Sprachlehrerin ist hauptberuflich Bestatterin und der zweite Kursteilnehmer, ein Tom-Jones-Imitator, ist noch gewöhnungsbedürftiger. Erwartungsgemäß ist der zweite Eindruck ein ganz anderer… Was wie die übliche Selbstfindungsmär klingt, die das öffentlich-rechtliche Unterhaltungsfernsehen ihrer Zielgruppe seit Jahren mit Vorliebe präsentiert, entpuppt sich bald als einer der schönsten „Endlich Freitag“-Filme der letzten Monate. „Sprachlos in Irland“ (Odeon Fiction) ist nicht nur gut gemacht, was die Dialoge, die luftig-rauen Outdoor-Szenen, die liebevolle Ausstattung der Innenräume, die an den Charakteren orientierte Narration, die Folk-Einlagen oder die sehr stimmige Besetzung betrifft, sondern dieser Film macht Laune, von der ersten bis zur letzten Minute. Es ist ein Feelgood-Movie mit kleinen Widerhaken. Im Anblick des Todes macht man sich eben grundsätzlichere Gedanken über das Leben.
