Da leben Ralf und Maria, die so perfekt zueinander passen würden, im beschaulichen Marburg und nicht in irgendeiner Metropole – und kommen dennoch (lange Zeit) nicht zusammen. Über den Weg laufen sich die Hauptfiguren der Amazon-Prime-Dramedy „Perfekt verpasst“ (btf) zwar desöfteren, sie nehmen sich jedoch nicht wahr, verpassen sich ein ums andere Mal. Dass sich diese Idee nicht abnutzt, liegt an Bastian Pastewka, Anke Engelke und einem bis in die kleinsten Rollen top besetzten und äußerst spielfreudigen Ensemble und einem dichten Dramedy-Mikrokosmos um eine Reihe ganz normal gestörter Kleinstadt-Neurotiker, in dem man sich rasch zu Hause fühlen kann. Und gleichzeitig stellen die Autor:innen das Prinzip jeder RomCom ein Stück weit aus – mischen so eine Menge Absurdität in das konventionelle Genre. Ein Gag-Feuerwerk sollte man allerdings nicht erwarten. Die Methode ist zwar Comedy, aber das, was verhandelt wird, trägt tragische Züge. Auch die Dialoge sind keine Brüller, charakterisieren vielmehr die Figuren mit einem Augenzwinkern. „Ich bin frisch geschieden. Aber meine Frau und ich haben beschlossen, es nicht zu feiern.“
