Foto: Arte France / Anne Wilk, Mark de Blok Die Tagebücher und Aufzeichnungen der im Alter von 29 Jahren in Auschwitz ermordeten Jüdin Etty Hillesum wurden in Deutschland erst vor wenigen Jahren umfassend veröffentlicht. Die international produzierte, sechsteilige Serie „Etty“ bringt nun Leben und Denken der niederländischen Intellektuellen einem – hoffentlich – großen Publikum näher. Autor und Regisseur Hagai Levi verlegt die Handlung während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg in eine gegenwartsnahe Zeit. Durch den weitgehenden Verzicht auf die übliche Nazi-Bilderwelt schärft sich der Blick auf die Hauptfigur und ihr geistiges, spirituelles und emotionales Ringen. „Etty“ ist kein pathetisches Märtyrer-Epos, sondern ein vielschichtiges, bisweilen irritierendes Porträt einer klugen, sensiblen Frau, getragen vom intensiven Spiel der Österreicherin Julia Windischbauer.
