Foto: SWR „Schwester Weiß“ ist mehr Versuchsanordnung über den Glauben und die Liebe, über Vor-Urteile und Vertrauen als ein ernstes psychologisches Charakterdrama. Nicht die tiefe Tragik eines tödlichen Unfalls, sondern das tragikomische Paradox einer retrograden Amnesie bestimmt das erste Drittel der Handlung. Im Mittelpunkt steht das Verhältnis zweier ungleicher Schwestern, die eine streng gläubig, die andere eine überzeugte Atheistin, ein Verhältnis, das auf den Kopf gestellt wird, um der Interaktion der beiden neue Impulse und am Ende eine unerwartete moralische Wendung zu geben. Es ist ein Film, den man sich mit seinen vielen Subtexten „erarbeiten“ muss. Der schwäbische Dialekt unterstützt das erzählte Milieu, bindet es zu einem stimmigen Ganzen, wozu die Bild-Ästhetik nur teilweise in der Lage ist.
