Foto: ZDF / Fabio Eppensteiner Wie sich zwischen 1918 und 1933 der Nationalsozialismus breit machen konnte – nicht in Berlin, Hamburg oder München, sondern auf dem Land, in einem bayerischen Dorf: Davon erzählte Oskar Maria Graf (1894-1967) in seinem Nachkriegsroman „Unruhe um einen Friedfertigen“ (1947), den Matti Geschonneck nun nach einem Drehbuch von Hannah Hollinger für das ZDF unter dem Titel „Sturm kommt auf“ (Claussen + Putz Filmproduktion) verfilmt hat. Es ist die Geschichte eines alleinstehenden Schusters jüdischer Herkunft, der am liebsten seine Ruhe haben will, im Film kongenial gespielt vom Österreicher Josef Hader. Dem Berliner Geschonneck gelingt ein bayerischer Heimatfilm, der das dörfliche Leben zwischen den Weltkriegen eindrucksvoll zum Leben erweckt und auch die Mundart nicht vernachlässigt. Zugleich ist „Sturm kommt auf“ ein typischer Geschonneck: sorgfältig und konzentriert mit einem großartigen Ensemble (Hader, Zimmerschied, Linkemann, Altenberger) inszeniert. Wie in einer Art Heimatwestern erzählt der Film von Anfang an einen dramatisch zugespitzten Kampf zwischen Gut und Böse.
