Foto: ZDF / Hannes Hubach „Schweigeminute“ nach der Novelle von Siegfried Lenz erzählt von der ersten großen Liebe und vom ganz großen Glück. Die männliche Hauptfigur lässt die aufregende Zeit zwischen der ersten Begegnung, einem tragischen Unfall und den Tagen danach noch einmal an ihrem inneren Auge vorbeiziehen. Der Film vereint das Beste der anderen sechs Lenz-Adaptionen der letzten zehn Jahre: Zeitkolorit, ein hohes Maß an narrativer Abstraktion, eine elaborierte Filmsprache, mit Julia Koschitz und Jonas Nay eine charismatische Besetzung, Raum für eigene Lesarten. Das Sujet Liebe wird in „Schweigeminute“ nicht als schöne, telegene TV-Illusion „Herzkino“-like banal präsentiert, sondern vielmehr in einen geradezu philosophischen Diskurs über das Erwachsenwerden verwandelt. Und in Sachen Zeitgeist, Mode & Stil macht Thorsten M. Schmidt und seinem Team keiner was vor. Aber auch die Spannung zwischen Erotik & Sex wird für einen Fernsehfilm beeindruckend ausgelotet.
