Foto: ZDF / Lutz Lemke /[M] Gearbeitet wird wenig im Bürgeramt Berlin-Tiergarten-Mitte-West. Die meisten der sechs Kolleginnen und der zwei männlichen Beamten sind am liebsten mit sich selbst beschäftigt und haben hinlänglich damit zu tun, ihr Versagen ins rechte Licht zu rücken. Nachdem „Stromberg“ den ersten Schritt weg von der traditionellen Pointen-Comedy, die noch mit der gängigen Dialogwitz-komm-raus-Methode gearbeitet hat, gegangen ist, macht „Nine to Five – Das Amt“ (ZDF / Pyjama Pictures) da weiter, wo „Jerks“ und vor allem „Die Discounter“ aufgehört haben. Die Workplace-Mockumentary erzählt auf den ersten Blick von einem Bürgeramt, das auch schon ohne „Bürger“ chaotisch genug ist. Geschmunzelt wird vor allem über die absurden Situationen, die amüsant dysfunktionalen Interaktionen genauso wie über das Behördensystem. Mit Hilfe der Impro-Methode entsteht eine Art narrative Textur, die mehr ist als eine Ansammlung von Charaktertypen und die genregemäß viel mit Tempo – sprich: Timing – zu tun hat, also mit der Montage. Dramaturgisch besonders gelungen ist das amüsante Pingpong bei den diversen Konfliktlösungen. Die gut besetzte Serie entwickelt ihren besonderen Reiz erst auf Strecke.
