Foto: ZDF / Georges Pauly Dem plötzlichen Kindstod folgt ein Kindsraub. Ein Schicksalsschlag wird beantwortet mit der Verzweiflungstat einer überforderten Mutter. Obwohl der betroffene Vater ein profilierter Polizeipsychologe ist, interessiert sich der ZDF-Fernsehfilm „Plötzlich so still“ (Relevant Film) erfreulicherweise wenig für die kriminelle Handlung und den genreüblichen Weg der Überführung der Mutter, die sowohl Opfer als auch Täterin ist. Autor Matthias Wehner und Regisseur Lars-Gunnar Lotz ging es vielmehr vor allem um die Psyche dieser jungen Frau, die verzweifelt versucht, ihr Trauma selbst zu heilen; womit sie allerdings für eine andere Mutter eine Tragödie in Gang setzt. Die schauspielerischen Leistungen von Hanno Koffler und vor allem Friederike Becht – das Gesicht des Films – können nicht genug gerühmt werden. Aber auch die ausschnitthafte Reihung der unfassbaren, aber nie dramatisierten Ereignisse und die sensible, fein nuancierte Inszenierung machen „Plötzlich so still“ zu einem lebensklugen Psychodrama der leisen Töne, das spannend ist, tief berührt & zum Nachdenken anregt.
