Foto: ZDF / Steffen Junghans Das Andersche „Nestmodell“ ist in Gefahr. Das noch verheiratete Ex-Paar lebt gemeinsam mit seinen beiden Kindern und den Leihgroßeltern vor den Toren von Leipzig. Doch jetzt stört Paulas neuer Partner das etwas andere Familienidyll. Allerdings begibt sich auch Fabian aus seinem Schneckenhaus – neue sexuelle Erfahrungen inklusive. Der zweite Doppelpack der ZDF-„Herzkino“-Reihe „Familie Anders“ (Roxy Film) macht sogar noch ein Bisschen mehr Spaß als der erste. Das liegt vor allem an der Hauptfigur. Eifersucht, ständige Vorbehalte und andere Kopfgeburten sind weniger sexy als die lustvollen kleinen Ausflüge ins Reich der Sinne. Narzissmus, Idealisierung einer Person oder Freundschaft Plus – das, was sich die Autorinnen dazu ausgedacht haben, geht über die TV-übliche Küchenpsychologie hinaus. Auch das Bespiegeln von A- und B-Plot ist in dieser Reihe stimmig: Durch die Tätigkeit als Paartherapeut therapiert sich die männliche Hauptfigur immer auch ein Stück weit selbst. Und daran, dass das Szenenbild und die Kamera einen Sehnsuchtsort erschaffen, der fast zu schön ist, um wahr zu sein, daran kann man sich – vor allem bei dieser Besetzung – gewöhnen.
