Foto: SWR / Maria Wiesler Blickfang ist der Bodensee, aber das wirklich Besondere an „Seeland“ (SWR, Degeto / Polyphon) ist die Hauptfigur: Mit Hauptkommissarin Elena Barin (Hayal Kaya) ermittelt zum ersten Mal eine Person mit Transidentität. Davon abgesehen wirkt der mögliche Auftakt zu einer neuen Krimireihe erst mal wie eine verlängerte Vorabend-Episode, selbst wenn die Idee, einen Verbrecher ein Ausflugsschiff kapern zu lassen, recht originell ist. Dass sich die neue Dezernatsleiterin der Kripo Konstanz zufällig unter den Passagieren befindet, verleiht der Handlung natürlich zusätzliche Spannung. Regisseur Holger Haase tummelt sich nach vielen sehenswerten Komödien und diversen „Ella Schön“-Folgen mal in einem ganz anderen Genre, aber zwischenzeitlich erweckt der Film den Eindruck, als habe ihm das Budget allzu enge Grenzen gesetzt; für Nervenkitzel sorgt über weite Strecken vor allem die Musik. Im letzten Akt entpuppt sich die Vorabendunterstellung schließlich doch als voreiliges Etikett.
