Foto: Degeto / Wiktor Krzysztof „Verliebt in Masuren“ (ARD / Ziegler Film) besitzt vieles, was das Herz der Freitagsfilm-Zuschauer erfreuen dürfte. Es gibt eine griffige Prämisse: deutscher Eisschrank vs. polnischer Gemütsmensch. Da wird ein nicht völlig unsympathischer Griesgram durch die unvermeidliche Läuterungsdramaturgie geschickt. Und es bahnen sich zwei glückliche deutsch-polnische Verbindungen an. Hinzu kommt eine urwüchsige, nicht tot gefilmte Landschaft. Der in weiten Teilen realistisch inszenierte Film von Bruno Grass nach dem lebensklugen Drehbuch von Kerstin Römer besitzt auf den zweiten Blick aber noch sehr viel mehr: die Dominanz der Charaktere über die Handlung, ein „authentisch“ wirkender Cast, mit Hans-Uwe Bauer und Lina Wendel zwei ideale Hauptdarsteller, viel Outdoor-Ambiente und masurische Stimmungsbilder, ein paar Witzigkeiten am Rande, ein „realistischer“ Umgang mit den Muttersprachen, außerdem legt sich eine warme Melancholie über die Bilder… Das alles macht „Verliebt in Masuren“ zu einer ebenso bemerkens- wie liebenswerten Dramödie.
