Foto: ZDF / Tatiana Vdovenko Was im Krimi oder Gangsterfilm der Kiez, die Mafiafamilie oder der syrische Clan sind, das sind in der ZDF-Serie „Füxe“ (U5 Filmproduktion) die sauffreudigen, elitären Burschenschaftler und ihre rückwärtsorientierten Rituale. In dieser streng hierarchischen Welt aus Pflicht, Respekt und Gehorsam muss sich die Hauptfigur, ein sympathischer Kosovo-Deutscher, der sich nach Nähe und Gemeinschaft sehnt, erst einmal zurechtfinden. Dass er sich Adam Kamer statt Adem Kameri nennt – das dürfte sich noch rächen … „Füxe“ ist eine ungewöhnliche Serie. Es geht um gesellschaftliche Teilhabe, um Klassismus und Elite-Bewusstsein. Das Ergebnis aber ist weder ein pädagogisch motiviertes Themen-Vehikel noch ein naives Sozialmärchen. Mit drei Stunden hat die Serie die richtige Länge, und die Aufteilung in vier Folgen entspricht dem Erzählten. Die vier Hauptrollen, allen voran Valon Krasniqui, der eine durchaus ambivalente Identifikationsfigur abgibt, sind glänzend besetzt, das Spiel ist mehrschichtig und das Milieu sorgt für mehr als für wohlfeile Stereotypen. Ähnlich zurückhaltend und angenehm sachlich ist die Inzenierung, die auch schon mal mit einer wunderbar luftigen, dreieinhalbminütigen Love-Interest-Einstellung überrascht.
