Foto: BR / Schramm Film / Schulz Mit dem Holocaust-Kammerspiel „Phoenix“ begibt sich Gegenwartserzähler Christian Petzold tief in die Abgründe der deutschen Geschichte. Er erzählt von einer jüdischen Frau, die das Konzentrationslager schwer verletzt und entstellt überlebt hat und sich im Sommer 1945 ins Leben zurückarbeiten muss. Petzold verzichtet auf die gewohnten Authentifizierungsbilder, setzt dafür mit coolen „Vertigo“- und „Dark Passage“-Variationen auf einen Raum, den das Kino geschaffen hat, und auf Nina Hoss, die dem zerstörten Selbst eine Größe verleiht, die über das Einzelschicksal hinausweist. Ein klassisches Film-Noir-Melodram, das dem geistigen Klima der Stunde Null näher kommt als viele sogenannte „Aufarbeitungsfilme“, indem es die gesellschaftlichen Widersprüche jener Jahre auf eine Dreier-Konstellation klug herunterbricht. (Da es gute Kino-Kritiken gibt, verzichtet ttv auf einen eigenen Text.)
