Foto: ZDF / Jakub Bejnarowicz Die Serie „Parfum“ (ZDF, Netflix / Constantin Film, Moovie) nach Motiven von Patrick Süskinds meisterhaftem Schauerroman erzählt mit dem Mute der ästhetisierten Verzweiflung von den Perversitäten, die der Liebe entspringen, dem Wunsch begehrt zu werden, und entwickelt daraus einen sechsstündigen Alptraum, aus dem es nur selten ein Erwachen gibt. Es geht um das Mysterium der erotischen Anziehung und um die Frage, wie der Geruch die Gefühle manipulieren kann. Vereinsamt, verloren, verzweifelt sind alle in diesem kaputten Mikrokosmos, heute wie gestern. Die Männer schlagen zu, die Frauen nehmen es hin oder sie demütigen ihrerseits das lächerliche starke Geschlecht. Und was erzählen die Bilder? Die Menschen verloren in der Landschaft, gefangen in der Architektur. Selbst die in warme Farben getauchten Rückblenden sind eine Lüge. Düsternis verkommt hier nicht zum Look, Grauen und menschliche Niedertracht werden nicht in glatte Hochglanzbilder verpackt. Der Score ist sensationell, die Besetzung ebenso stimmig wie namhaft. Ein TV-Meisterwerk.
