Foto: BR / Julie Vrabelova „Zuckersand“ erzählt einmal ganz anders von jenem real existierenden Sozialismus. Nicht nur aus dem gelebten Alltag heraus, sondern auch aus der Kinderperspektive. Der Film erzählt von einem unbeschwerten Sommer, von einer behüteten Kindheit, von Erwachsenen, die sich eingerichtet haben in ihrem Kleinbürgerglück und von einer Mutter, der es nicht gegeben ist, sich mit dem System zu arrangieren. Durch einen Ausreiseantrag schlägt die Stimmung um. „Zuckersand“ besticht durch einen poetischen Realismus, der sich ausschnitthaft dem Leben nähert. Der Film hält sich konsequent an die kindliche Weltwahrnehmung. Dirk Kummer & die Gewerke verzichten auf jede Art stereotyper DDR-Bildklischees. Es ist eine Geschichte von großer Wärme und Wahrhaftigkeit, die die Wirklichkeit nicht (n)ostalgisch verklärt. Ein Film, der in Bildern erzählt und dem Zuschauer keine Botschaft aufs Auge drücken will.
