Foto: BR / Degeto / MDR / Zeitsprung / Pick & Wahl Intrigant und blutig geht die historische „Oktoberfest“-Serie der ARD in die zweite und letzte Runde. Gewalt scheint auch 1905 noch immer das probate Mittel zu sein, um Machtkämpfe zu gewinnen. Die Parallelwelt der „Deutschen Eiche“ mit Bier, Weib und pfundigem Gesang erscheint mitunter griffiger und süffiger als die endlosen Kämpfe um Bier und Firmenanteile, deren Dramaturgie anfangs einer Achterbahnfahrt gleicht. Folge 2 zieht in Sachen Dramatik und Emotionalität an, und ab der dritten Folge wird alles anders: Mit Martina Gedecks unberechenbarem Charakter kommt mehr Figuren-Ambivalenz ins Spiel – und damit auch eine (psychologische) Spannung, die sich bis zum packenden Serien-Showdown durchzieht; am Ende werden alle angerissenen Handlungsstränge wirkungsvoll zu Ende gebracht. „Oktoberfest 1905“ (BR, Degeto, MDR / Zeitsprung) ist nicht mehr so atemberaubend, die Bilderwelt reißt dennoch mit, und der Plot liegt irgendwo zwischen schwarzem Melodram, History-Kitsch & Shakespeare.
