Foto: NDR / Christine Schroeder Mit dem Kino-TV-Crossover „Off Duty“ hat sich das Action-Konzept vom „Tatort“ Hamburg quasi selbst zerlegt und erledigt. In „Tschill Out“ (NDR / filmpool fiction) hat Til Schweigers Kampfmaschine Pause. Hinter ihren Handlungen wird der Mensch sichtbar. Das wirkt narrativ weder aufgesetzt, noch versucht Eoin Moore aus dem Mann, der nach wie vor am besten ist, wenn er physisch spielen darf, keinen Matthias Brandt zu machen. Bei introspektiven Szenen wird es hingegen schwierig. Der Film, der clever mit dem Gegensatz von Insel und Großstadt spielt, macht nicht auf Genre-cool, ist aber spannend und straight. Tschiller bleibt durchaus Tschiller. Und Schweiger hat sehenswerte Verstärkung: Zoe Moore, Ben Münchow, Laura Tonke. Und Macho-Rampensau Fahri Yardim gibt einmal mehr den notwendigen Kontrast. Angeschlagen sind sie beide. Der eine als Bulle, der andere als Mann. Die neue Kollegin könnte ihnen künftig zeigen, wo‘s 2020 gender- & generationspolitisch langgeht.
