Foto: NDR / Christine Schroeder Für übermäßig empfindliche Gemüter dürfte der „Polizeiruf 110 – Nur Gespenster“ nicht geeignet sein. Der Tatort zeugt von purem Sadismus. Möglicherweise ist in Rostock ein Racheengel am Werk. Nicht ohne Grund werden zu Beginn des Films drastische Bilder gewählt. Das harte Thema und das Mordmotiv (sie werden in der Kritik nicht gespoilert) lassen sich nur schwer weich erzählen. Und auch das Team, das noch immer miteinander fremdelt, hält keine Wohlfühlmomente parat. „Nur Gespenster“ gelingt der dramaturgische Spagat zwischen Familiendrama und Whodunit-Krimi nicht über die gesamte Spielzeit, ist aber dicht erzählt und reich an vielen kleinen, angenehm beiläufig eingeworfenen Nebenplots, emotionale Kraftfelder, die plötzlich aufpoppen, und steht damit in der Tradition dieses eigenwilligen, immer schon etwas raueren „Polizeiruf“-Ablegers. Dazu gehört nicht zuletzt die starke Physis der Schauspieler, die von der Handkamera maßgeblich unterstützt wird und einen Realismus-Eindruck hinterlässt, der sich nicht nur aus dem Thema ableitet.













