Foto: Degeto / Rudolf Wernicke „Bitte genieß‘ dein Leben. Öffne dich für Neues.“ Das, was die tote Ehefrau in der ARD-Dramödie „Freundschaft auf den zweiten Blick“ (Degeto / Dreamtool Entertainment) dem Liebsten in ihren Videobotschaften rät, das könnte sich durchaus auch der über zwanzig Jahre jüngere Karrieremensch zu Herzen nehmen, der dem hinterbliebenen Ehemann und Old-School-Einzelhändler das Leben schwer macht. Der altersweise Optiker und der optimierungsfixierte Manager einer Kette müssen sich geschäftlich zusammenraufen. Das gelingt ihnen aber erst, als sie ihre privaten Gemeinsamkeiten entdecken… Die Dramödie von Holger Haase nach dem Drehbuch von Michael Birbaek ist ein wohl durchdachter, bis ins Detail stimmiger Wohlfühlfilm. Erzählt wird in Bildern; aus äußeren Stimmungen ergeben sich Geschichten, die ins Innere der Charaktere zielen. Häufig sind es ganz alltägliche Gegenstände oder Situationen, die Existentielles spiegeln. Freundschaft ersetzt die Liebe, Männer müssen (fast) ohne Frauen auskommen. Jürgen Heinrich & David Rott bewältigen das – für die Zuschauer:innen – prima. Und auch der Erzählfluss des Films ist wunderbar.








