Foto: MDR / Hardy Spitz Die Frau eines angesehenen Dresdner Geschäftsmannes ist verschwunden. Der Ehemann hat die Polizei gerufen, kooperiert allerdings nur wenig mit den Kommissarinnen, reagiert wütend, wird handgreiflich. Ist er tatsächlich der liebende Gatte, der er vorgibt zu sein? Oder ist er ein cholerischer Narzisst, dem ein Todschlag im Affekt zuzutrauen wäre? Nach dem „Tatort“-Highlight „Der Fall Holdt“ wollte sich Anne Zohra Berrached „noch einmal der Herausforderung stellen, einen Krimi zu machen, der nur einen Tatverdächtigen hat, sich auf besondere Weise dem Thema der häuslichen Gewalt stellt und das übergeordnete Thema des menschlichen Instinktes behandelt“. Gemeinsam mit Autor Christoph Busche ist ihr diese Herausforderung mit dem „Tatort – Das kalte Haus“ (MDR / MadeFor) vorzüglich gelungen. Auch ohne klassischen Whodunit oder Thriller-Suspense entwickelt der „Tatort“ Spannung und besitzt in seinen Interaktionen eine hohe Intensität. Eine unbehagliche Stimmung zieht sich durch den Film. Dieses leblose Haus, dieses schwere, patriarchalische Interieur, dieser überspannte Wüterich, dieses bourgeoise Von-oben-herab. Überall Signaturen einer toxischen Beziehung. Wenig Handlung, dafür umso mehr Zwischentöne. Und das Finale ist besonders emotional & packend geraten: ein Western-Showdown mit mehreren Fingern am Abzug.



















