Foto: RBB / Aki Pfeiffer Ein Date zu dritt war das letzte Abenteuer der Medizinstudentin Sophia Bader. Nach der Identifizierung ihrer Leiche führt die Spur zu Dennis und Julia. Ein junges Paar, das sich wenig zu sagen hat. Rubin (Meret Becker in ihrem vorletzten Berlin-Tatort) und Karow (Mark Waschke) staunen nicht schlecht: Der Aktenberg von Dennis Ziegler verzeichnet mehrere Sexualdelikte, Brandstiftung und Körperverletzung. Kann es so einfach sein? Nein. Auch dieser „Tatort“ dauert 90 Minuten. In dieser Zeit pflegt „Tatort – Die Kalten und die Toten“ (Schiwago Film) das Klischee von Berlin als Babylon der Trieb-Getriebenen. Kein Platz für Wärme, Gefühl und Verbindlichkeit. Der verlässlichste Kompass für die Suche nach einem Rest von Normalität sind Rubin und Karow. Ausgerechnet Mark Waschke, sonst eher in der Rolle des kalten Kombinierers geübt, fungiert in der wendungsarmen, aber sehenswerten Psychostudie als Seismograf für kaputte Seelen. Schwieriger Part, fein gespielt.


