Foto: WDR / Martin Valentin Menke Der Fall um einen nackten Toten im Wald, Kopf einer Freiland-Kommune, bereitet Thiel Kopfzerbrechen. Denn die DNA-Abgleiche wollen nicht den erhofften Täter ergeben. Im 39. „Tatort“ aus Münster sind die Ermittler und Forensiker weniger souverän als gewohnt und so ergibt ein Malheur das nächste – woraus ein Whodunit der etwas anderen Art entsteht. Es kommt aber nicht nur zu einer tragi(kom)ischen Verkettung unglücklicher Ereignisse, sondern dadurch, dass die durchgängigen Charaktere der Reihe mit ihrer Profession hadern und ihr Selbstwert gehörig leidet, verändern sich die Interaktionen innerhalb des Quartetts grundlegend. Das holt Haller und Schrader aus ihrer Hiwi-Rolle, sprengt die sonst mitunter alberne Typenkomik, erweitert das Verhaltens- und Gefühlsspektrum von Boerne & Co und verschiebt „Rhythm and Love“ (WDR / Bavaria Fiction) auf ein (dramaturgisch) höheres Niveau. Die Qualitäten des Drehbuchs finden ihre kongeniale Entsprechnung in der stimmigen Inszenierung von Brigitte Maria Bertele, die auch bei der Besetzung der Episodenrollen (Wittgenstein, Ziolkowska, Kinski, Giovanetti) ein gutes Händchen bewies.












