Foto: ZDF / Marion von der Mehden Juliane ist verstört, verzweifelt, gerät leicht in Panik, sie kriegt es nicht in ihren Kopf: Ihr Lebensgefährte hat sich das Leben genommen. Einfach so. Ohne Vorwarnung. Im ersten Jahr nach dem Tod ist bloßes Überleben Julianes Ziel, im zweiten heißt es (wieder) Leben lernen. Eine wichtige Rolle bei diesem Heilungsprozess spielt die Musik – und vor allem das Laufen. „Laufen ist super. So schön stumpf. Man muss nicht mehr denken.“ Dennoch dauert es zwei Jahre, bis die Hauptfigur des ZDF-Fernsehfilms „Laufen“ (Relevant Film) wieder im Leben angekommen scheint. Das TV-Drama von Rainer Kaufmann ist entstanden nach einem als unverfilmbar geltenden, als Innerer Monolog verfassten Roman. Dass der Film für ein interessiertes Publikum dennoch vorzüglich funktioniert, liegt an dem präzise konzipierten Drehbuch, das die Chronologie der Geschichte klug aufbricht, an der konzentrierten und trotz der Brüche flüssigen Inszenierung und vor allem an der wunderbaren Anna Schudt, die den Zuschauer einmal mehr preiswürdig mitnimmt in eine schwierige Rolle, deren Entwicklung sie fein nuanciert darstellt. Ihre Figur ist Cellistin. Dass Schudt das Instrument hier selbst spielt, ist das i-Tüpfelchen auf diesem außergewöhnlichen, zutiefst wahrhaftigen Film.



















